Podiumsdiskussion in Aue über Klischees und Vorurteile

Diskussion "Das Bild vom fremdenfeindlichen Osten in den Medien"

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Im Podium saßen unter anderem Aues Oberbürgermeister Heinrich Kohl (li.) und der Theologe Frank Richter.Foto: R. Wendland

Aue. In der öffentlichen Diskussion wird sehr gern mit Klischees gearbeitet, sagt Tobias Andrä, parteiloser Stadtrat in Aue. Dabei zielt er konkret auf das Thema Fremdenfeindlichkeit ab. Er stellt die Frage in der Raum, ob nicht einfach nur nach einer Bestätigung von Vorurteilen gesucht werde. Gerade die Zwischentöne und Differenzierung seien das, was aus seiner Sicht fehlt, auch in den Medien.

Die Thematik "Das Bild des fremdenfeindlichen Ostens in den Medien" hat Andrä jetzt bei einer Podiumsdiskussion im Auer Kulturhaus, die er initiiert hat, in den Fokus gerückt. Diskutiert worden ist fair und sachlich. Im Podium saß mit Auers Oberbürgermeister Heinrich Kohl ein Lokalpolitiker und mit dem Theologen Frank Richter der ehemalige Direktor der Landeszentrale für politische Bildung.

Fehlende Zwischentöne in den Medien

Außerdem haben dort Thomas Liersch, Redaktionsleiter der Lokalredaktion Aue und Schwarzenberg der Freien Presse und Stefan Locke, Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, zuständig für Sachsen und Thüringen, mit argumentiert.

Zum Thema Vorurteile sagt Heinrich Kohl: "Wenn ein Amerikaner zu bestimmten Tagen zum Oktoberfest geht, findet er dort sein Klischee, was er im Kopf hat, dass Menschen Trachten tragen und Haxen essen, bestätigt. Das ist das Gleiche, wenn man zu einem brisanten Fußballspiel nach Aue kommt. Man müsste sich mehr der Analyse zuwenden. Zwischentöne fehlen da schon."

Vorurteile bilden die Wirklichkeit nur einseitig ab

Frank Richter sagt, man müsse über die Wirklichkeit sprechen und dürfe Vorurteilen keinen Raum geben: "Die Darstellung der Wirklichkeit ist aber oftmals einseitig." Oftmals sei es auch eine westdeutsche Perspektive, die dargestellt wird, denn fast alle großen Redaktionen sind im Westen Deutschlands angesiedelt." Es sei aber auch so, dass die Botschaft der Leser bestimmt, denn man sehe nur das, was man sehen wolle.