Premiere für die Ehefrau beim Bergrennen

Menschen Motorisiertes Paar rollen mit Jawa-Seitenwagen

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Werner Fröse mit Ehefrau Ingeborg während einer Probefahrt. Foto: Thomas Fritzsch

Zschopau. Für den 77-jährigen Seitenwagenfahrer Werner Fröse aus Neuhausen ist es die dritte Gleichmäßigkeitsfahrt für historische Renn- und Sportfahrzeuge in Zschopau in wenigen Tagen. Doch für seine Ehefrau Ingeborg, die am 25. Mai ihren 77. Geburtstag feiert, ist es eine Premiere.

Sie ließ sich überzeugen und sitzt dann erstmals innerhalb eines Wettbewerbs im sogenannten Pantoffel, der eigens für diese Veranstaltung gebaut wurde, des Jawa-Seitenwagens, Baujahr 1949, ihres Mannes. Mit Sicherheit ist das motorisierte Ehepaar damit eines der ältesten Teilnehmer-Duos im Fahrerfeld. Dennoch ist Ingeborg recht entspannt, denn sie vertraut auf die Fahrkunst ihres Ehegatten.

Es war Liebe auf den ersten Blick mit dem 350ccm Gespann

Eine technische Besonderheit des 350ccm-Gespanns mit 12 PS ist neben der Flatterbremse und 19-Zoll-Rädern auch der Sattel statt Sitzbank, wie es in den Vorkriegszeiten üblich war. 12 Jahre sind mittlerweile vergangen, seit Sohn Tilo eines Tages ganz aufgeregt heimkam. Er hatte bei einem Motorradhändler in der Nähe zufällig das alte Jawa-"Perak"-Motorrad-Gespann entdeckt und es ad hoc reservieren lassen.

"Du musst unbedingt rüberfahren, die Maschine klingt astrein", sagte er zu Vater Werner. "Ich bin dann hin und auch ich war sofort begeistert. Ich erklärte gegenüber dem Händler, dass mein Sohn und ich zwar unbedingt die Maschine wollen, aber nichtsdestotrotz etwas Bedenkzeit brauchen - beziehungsweise die Zustimmung meiner Frau", erinnert sich Werner Fröse.

Auch in puncto Gleichmäßigkeitsfahrten weiß er, worauf es ankommt: "Ich muss mich darauf konzentrieren, an welchen Stellen der Strecke ich welchen Gang einlege. Und dann möglichst bei jedem Lauf identisch verfahren", so das Ehrenmitglied des MSC Schwartenberg.