Prinzip ist: Fördern, nicht fordern

Sozial Kunsthandwerker machen Behinderten Mut

Es war eine ungewöhnliche Truppe, die sich der Schnitz- und Klöppelverein Thum vergangene Woche in sein Domizil ins Thumer Volkshaus eingeladen hatte. Zu Gast war das Aphasiker-Zentrum Südwestsachsen. Elke Wohlrab leitet den Verein und erklärt: "Wir sind ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Stollberg und betreiben eine Kontakt- und Beratungsstelle für Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen. Unsere Botschaft ist: Auch nach Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma oder Hirntumor kann das Leben froh und erfüllt sein. Selbst wenn noch Folgen wie Sprachstörungen oder körperliche Einschränkungen spürbar sind. Je aktiver die Betroffenen sind, desto weniger werden die Auswirkungen von Krankheit oder Behinderung ihr Leben dominieren. Gemeinsam suchen wir einen geeigneten Weg zu einem erfüllten Leben trotz Handicap." Ein Schlaganfall oder ein schlimmer Unfall beispielsweise, verändern das Leben komplett. So wie bei Thomas Barthold, den Vorsitzenden des Vereines. "Ich hatte 1997 einen schweren Motorradunfall und konnte nicht mehr sprechen. Das hat sich durch den Verein und die Sprachtherapie total verbessert", gesteht der Langenchursdorfer. Doch wie kommt ein Schnitz- und Klöppelverein dazu, sich diese Menschen einzuladen. Dazu meint der Vereinsvorsitzende Jens Lasch: "Auch mein Vater hatte einen Schlaganfall und durch eine Ausstellung kamen wir mit dem Aphasiker-Zentrum in Kontakt. Das Wichtigste für diese Betroffenen ist, dass sie wieder ein Gefühl des Gebrauchtwerdens entwickeln, dass sie gefördert werden, ohne zu fordern. Deshalb sind sie auch hier. Wir wollen ihnen mit Schnitz- und Klöppelvorführungen unser schönes Hobby zeigen. Vor allem das Erraten von Märchenfiguren durch Fühlen mit den Händen, hat allen Spaß gemacht."

Auch im Stollberger Aphasiker-Zentrum freut man sich über jeden, der sich Hilfe suchen möchte. Kontakt unter Ruf: 037296/932180. www.aphasie-suedwestsachsen.de