Provokation, Tumult, Spielunterbrechung: Polizei zieht Fazit zum Einsatz im Ostderby

Ein Banner im Gästeblock löst unschöne Szenen aus

Aue-Bad Schlema

Es ist die 51. Minute im Ostderby zwischen Erzgebirge Aue und Energie Cottbus. Die Energie-Fans rollen ein Spruchband aus. Ihre Botschaft: „Cottbus grüßt alle Fahnenlosen Schachter auf der Suche nach ihrer Identität“. Es ist eine gezielte Provokation Richtung Auer Anhängerschaft. Diese hatte Ende vergangenen Jahres bei einem Überfall im privaten Umfeld ihre Fahnen verloren. Seither bleibt der Zaun an der Westtribüne, wo bisher die Fahnen verschiedener Fangruppierungen hingen, leer.

Tumultartige Szenen

Das Spruchband im Energie-Block allerdings war der Provokation zu viel. Tumult bricht aus. Die Szenen sind unschön. Anhänger der Auer auf der Gegengerade versuchen in den Gästeblock zu gelangen. Auch auf der Westtribüne setzt Tumult ein. Etwa 30 Fans dringen von dort in den Innenraum ein und rennen entlang der Seitenlinie Richtung Gästeblock. Die Situation ist aufgeheizt. Polizeikräfte eilen ins Stadion. Gemeinsam mit Ordnern drängen sie die aufgebrachten Auer Fans zurück. Ein Böller fliegt auf den Rasen und explodiert.

Schiri unterbricht das Spiel

Der Schiedsrichter schickt die Mannschaften in die Kabine und unterbricht das Spiel. Stadionsprecher Mario Dörfler appelliert an die aufgebrachten Fans, sich nicht provozieren zu lassen. Kapitän Martin Männel und Marvin Stefaniak kommen aus der Kabine und laufen Richtung Westtribüne. Sie versuchen zusätzlich zu deeskalieren. Erfolgreich!

Fahnenklau: Stecken Energie-Fans dahinter?

Derweil wird auf den Rängen über den Hintergrund der Tumulte diskutiert. Vom Überfall Ende November hatten die meisten schon gehört, doch seit ein paar Tagen kursiert, dass Teile der Cottbus-Anhängerschaft dahinterstecken sollen. Das wiederum wusste im Erzgebirgsstadion bis dato nur ein kleiner Teil. Kurz vor 18 Uhr – nach einer gut viertelstündigen Unterbrechung – lässt der Schiedsrichter beim Stand von 1:1 weiterspielen. Die Begegnung endete mit einer enttäuschenden 1:2-Niederlage der Gastgeber.

460 Beamte im Einsatz

Insgesamt waren 460 Beamtinnen und Beamte der Polizeidirektion Chemnitz und der sächsischen Bereitschaftspolizei in den Einsatz des Risikospiels involviert. Nach dem Einsatz informierte die Polizei darüber, dass der Fokus der Einsatzkräfte auf Verkehrsregulierungsmaßnahmen bei der An- und Abreise lag: „Andererseits ging es um die strikte Trennung der rivalisierenden Fanlager.“ Vor Spielbeginn und während der ersten Halbzeit sei es aus Polizeisicht ereignislos geblieben. Die Polizei sieht in ihrer Einschätzung ebenfalls das „Schmähplakat“ als Auslöser. „Nach Rücksprache mit dem Polizeiführer setzte der Schiedsrichter das Fußballspiel schließlich fort“, heißt es weiter. Nach ersten Informationen wurde ein Ordner leicht verletzt. Er habe versucht, aufgebrachte Auer Fans in einem Block neben dem Gästebereich zu beruhigen.

17-Jährige zündet Pyrotechnik

Kurz vor Abpfiff flog noch einmal Pyrotechnik auf den Rasen – erneut aus dem Auer Fanblock. „Ein 17-jähriger Tatverdächtiger konnte rasch ausfindig gemacht werden. Er wird sich wegen eines Verstoßes gegen die Allgemeinverfügung des Erzgebirgskreises verantworten müssen“, so die Polizei in einer Mitteilung. Aufgrund der Brisanz des Spiels hatte der Landkreis für Sonntag eine Allgemeinverfügung erlassen. Diese verbot unter anderem das Mitführen von Vermummungsgegenständen und Pyrotechnik.

Pressemitteilung der Polizei zur Spielunterbrechung

Aufgrund der Fußballbegegnung zwischen dem FC Erzgebirge Aue und dem FC Energie Cottbus am heutigen 25. Spieltag der 3. Liga führte die Polizeidirektion Chemnitz einen entsprechenden Einsatz durch. Unterstützung war dabei durch Einsatzkräfte der sächsischen Bereitschaftspolizei gewährleistet, sodass insgesamt rund 460 Polizistinnen und Polizisten bei diesem Risikospiel involviert waren.

Der Fokus der Einsatzkräfte lag einerseits auf Verkehrsregulierungsmaßnahmen bei der An- und Abreise der Fußballfans, andererseits ging es um die strikte Trennung der rivalisierenden Fanlager. Während es vor Spielbeginn sowie während der ersten Halbzeit aus Polizeisicht ereignislos blieb, musste der Schiedsrichter das Ost-Derby in der 52. Spielminute für mehrere Minuten unterbrechen.

Nachdem Cottbuser Fans in ihrem Block unter anderem ein Schmähplakat gezeigt hatten, fühlten sich etwa 30 Anhänger des FC Erzgebirge Aue animiert, aus dem gegenüberliegenden Fanblock in den Innenraum zu stürmen. Die Personen liefen an der Seitenlinie in Richtung der Gästefans und wurden dort von Polizisten energisch zurückgedrängt. Zudem flog aus dem Fanblock der Auer ein Böller auf das Spielfeld. Nach Rücksprache mit dem Polizeiführer setzte der Schiedsrichter das Fußballspiel schließlich fort. Nach bisheriger Kenntnis wurde ein Ordner leicht verletzt, als er versucht hatte, aufgebrachte Auer Fans in einem Block neben dem Gästebereich zu beruhigen.

Die restlichen Spielminuten in der zweiten Halbzeit verliefen weitestgehend ruhig. Lediglich kurz vor Abpfiff flog erneut Pyrotechnik aus dem Auer Fanblock auf das Spielfeld. Ein 17-jähriger Tatverdächtiger konnte rasch ausfindig gemacht werden. Er wird sich wegen eines Verstoßes gegen die Allgemeinverfügung des Erzgebirgskreises verantworten müssen. Die Abreisephase verlief wiederum geordnet und aus polizeilicher Sicht nahezu ohne relevante Vorkommnisse.

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