Pumpspeicherwerk verkauft

Haushaltssperre Raschau-Markersbach drohen Gewerbesteuerverluste

Es war eine Überraschung, als der Energie-Konzern Vattenfall in dieser Woche ankündigte, auch das Pumpspeicherkraftwerk (PSW) Markersbach verkaufen zu wollen. Medienberichten zufolge, werde das PSW als Teil eines Verkaufspakets Ostdeutschland angeboten. Zwar waren die Verkaufsabsichten in Raschau-Markersbach schon seit längerem bekannt, doch in welcher Art der Verkauf vonstatten gehen soll, wusste Bürgermeister Frank Tröger nicht: "Daher haben wir auch keine Ahnung, welche Auswirkungen das Ganze haben wird." Entscheidend sei, was für den potenziellen Käufer Priorität habe: "Kann sein, dass die Braunkohle für den Käufer im Vordergrund steht oder halt auch die Wasserkraft", so Tröger.

Die Bedeutung des PSW für seine Kommune sei enorm: "Es ist ein wichtiger Arbeitgeber, ein Tourismusmagnet und ein wichtiger Gewerbesteuerzahler." Letztgenannter Punkt treibt den neuen Kommunalchef schon vorm geplanten Verkauf Sorgenfalten auf die Stirn, denn allein in diesem Jahr droht, aufgrund der Situation bei Vattenfall, der Verlust von 400.000 Euro Gewerbesteuereinnahmen. "Zudem müssen für 2014 die komplette Gewerbesteuer zurückzahlen", umreißt Tröger das finanzielle Problem vor dem seine Gemeinde steht. Als erster Schritt wurde eine Haushaltssperre verhängt. "Das werden wir vor allem im investiven Bereich merken", so der Bürgermeister: "Das ging bei geplanten neuen Fahrzeugen für den Bauhof los und beim Abriss des Rathauses Markersbach weiter. Der ist nun erst einmal geschoben, weil wir den Eigenanteil nicht aufbringen können." Tröger macht kein Geheimnis daraus, dass dies ein sehr einschneidender Punkt in seiner noch sehr jungen Amtszeit im Chefsessel des Rathauses ist: "Das ist eine Ausnahmesituation und vor allem in dieser Größenordnung sehr ungewöhnlich." Hier spüre die Basis ganz sehr die Entscheidungen, die im Bund getroffen werden. Tröger macht die neue Energiepolitik dafür verantwortlich.