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Rübenau: Rätsel um 111-jährige Ansichtskarte gelöst

Historie Hobby-Chronist ergründet die Umstände des Besuchs einer Familie aus Amerika in Rübenau

Rübenau/Zschopau. 

Rübenau/Zschopau. Anfang Januar berichtete BLICK über eine Ansichtskarte, die am 29. Mai des Jahres 1908 im Postamt von Rübenau von einem gewissen Rudie Schimmer aufgegeben wurde. Adressat war dessen Vater Rudolph Schimmer im US-amerikanischenSt. Louis. Nach 111 Jahren war die Karte zurück am Ausgangsort, über den Schreiber der Karte war jedoch nichts bekannt und auch wie die Orte Rübenau und St. Louis in Amerika miteinander in Verbindung standen, war unklar. Der Artikel war auch dem Hobby-Chronisten Carsten Beier aus Zschopau ins Auge gefallen.

Als Hobby-Chronist nutzt er des Öfteren die Internetseite "Ancestry", auf der unter anderem für Ahnenforscher Unterlagen, darunter auch Schiffs-Passagierlisten von Auswanderern einzusehen sind, die nicht mehr dem Datenschutz obliegen. Mit ein wenig Ausdauer stieß er, wie jetzt im Fall von Familie Schimmer, tatsächlich auf Unterlagen in Amerika.

Konkret waren es Passagierlisten von einer Fahrt im Jahre 1908 von Cuxhaven in die Staaten mit dem Passagierdampfer 'Präsident Lincoln'. "Ich selbst freue mich jedes Mal, wenn ich etwas suche und mir jemand anderes hilft bei meiner Suche. Und in dem Fall las ich von Herrn Andreas Beckert, dass er Informationen über Leute aus seiner Heimat Rübenau suche. Ich suchte und bin tatsächlich fündig geworden. Auf der vorliegenden Karte standen ja die Namen, Rudie und Ida. Rudolph hat an seinen Vater geschrieben, der im Juni 1883 bereits ausgewandert war. Ich habe dementsprechend 'Rudolph Schimmer 1908' eingegeben", sagte Carsten Beier.

Der 71-jährige Andreas Beckert, gebürtiger Rübenauer, der seit über 50 Jahren in Dresden lebt, war überwältigt: "Vielen Dank an Carsten Beier für die Unterstützung. Ohne seine Recherchen wäre die Geschichte nicht aufgeklärt worden. Es hat sich herausgestellt, dass der Postkartenverfasser, der 20-jährige Rudie Schimmer, mit seiner vier Jahre jüngeren Schwester zusammen mit der 41-jährigen Mutter Ida im Jahr 1908 in Rübenau die Eltern der Mutter, also seine Großeltern, besuchte."

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