Rallye Erzgebirge begeisterte wieder die Massen

MOTORSPORT "Erze" wurde ihrem Ruf als extraschwer gerecht

Stollberg. 

Stollberg. Wenn eine Veranstaltung zum 56. Mal durchgeführt wird, darf man getrost von einer Kult-Veranstaltung sprechen. Genau dies ist die Rallye Erzgebirge, welche am Freitag und Samstag zwischen Stollberg Annaberg-Buchholz und Bad Schlema als fünfter von sechs Läufen zur Deutschen Rallye Meisterschaft (DRM) ausgetragen wurde. 66 Teams nahmen die 56. "Erze", wie sie überwiegend liebevoll genannt wird, bei miserablem Wetter mit Dauerregen, stürmischem Wind und Temperaturen um die fünf Grad Celsius in Angriff. Von denen erreichten, vor trotzdem zahlreichen Zuschauern entlang der Pisten, nur 45 Paarungen das Ziel, womit die Kult-Rallye ihrem Ruf als knallharter Gradmesser für Mensch und Material zum wiederholten Mal absolut gerecht wurde.

Trotz 6:3 knapp verloren

Den Sieg trugen die Meisterschaftsführenden und favorisierten Fabian Kreim aus Fränkisch-Crumbach, interessanterweise im südhessischen Odenwaldkreis, und sein Beifahrer Tobias Braun aus dem pfälzischen Maikammer in einem vom deutschen Importeur unterstützten Skoda Fabia R5 davon. Zwar fuhren das bayrisch-österreichische Duo Hermann Gassner jr./Ursula Mayrhofer in einem Hyundai i20 R5 bei den sechs letzten der elf Wertungsprüfungen mit kumulierten 135 Kilometern die jeweils schnellsten Zeiten, doch Fabian Kreim/Tobias Braun hatten am Vortag sowie am Samstagmorgen mit drei Bestzeiten gut vorgearbeitet, so dass sie knapp sieben Sekunden Vorsprung ins Ziel auf dem Stollberger Markt retten konnten.

Tannert gewinnt höchstinoffizielle Sachsenmeisterschaft

Dahinter rangelten lange Zeit drei westsächsische Fahrer um den letzten Podestplatz. Während der 33-jährige Ron Schumann aus Limbach-Oberfrohna und sein Co. Tim Rauber nach zwei Dritteln der Distanz mit einer gebrochenen Felge ausschieden, schnappte sich der vier Jahre jüngere Julius Tannert aus Lichtentanne bei seinem ersten vollwertigen R5-Einsatz zusammen mit Co. Helmar Hinneberg diesen dritten Gesamtrang. Dahinter landete schließlich der 32-jährige Ex-Rundstreckenpilot (ADAC GT Masters) Philip Geipel aus Plauen und dessen "Souffleuse" Katrin Becker- Brugger aus Hallein, beide Paarungen ebenfalls in einem Skoda Fabia R5, auf dem vierten Rang.

Rekord-Sieger mit kleinem Sieg

Hinter zwei weiteren Duos in allradgetriebenen und damit stark im Vorteil befindlichen reinrassigen R5-Rallye-Boliden, belegten der 60-jährige Ruben Zeltner und dessen Ehefrau Petra aus Lichtenstein im natürlich heckgetriebenen Porsche 996 GT3 den siebenten Rang. Damit gewannen der neunfache und damit Rekord-Erze-Sieger aus Lichtenstein und seine Frau auf dem heißen Sitz noch vor weiteren Allradlern die ADAC-Rallye-Masters-Wertung. Als ebenso beachtliche Zehnte des Gesamtklassements wurden der 28-jährige Sepp Wiegand aus Grünhain-Beierfeld und sein Co-Pilot Christoph Gerlich aus Niederwiesa in einem Ford Fiesta R2T beste Paarung mit einem lediglich frontgetriebenen Auto.

Direkt dahinter wurde der Zschopauer Veit König zusammen mit Henry Wichura bei seinem ersten Einsatz in einem leistungsgesteigerten Suzuki Swift Super 1600 Gesamtelfter und durfte sich zudem über den Sieg in der Division 3 freuen.

Für den noch bis zum 19. Oktober 46-jährigen Crottendorfer Carsten Mohe war die Rallye nach einem Überschlag beim Shakedown genannten Testlauf am Donnerstag zu Ende bevor sie überhaupt begonnen hatte.