Region will mehr Rad-Touristen anlocken

Radwegenetz Marienberg plant Verbindung nach Reitzenhain

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Der ehemalige Bahndamm, der durch Gelobtland führt, könnte eine optimale Grundlage für den neuen Radweg darstellen. Foto: Andreas Bauer

Marienberg. Mit einer neuen Radwege-Konzeption hat sich in dieser Woche der Kreistag befasst. Das Thema steht im Erzgebirge weit oben auf der Prioritätenliste, denn obwohl der Freistaat Sachsen eines der beliebtesten Reiseziele für Rad-Touristen ist, verschlägt es nur relativ wenige von ihnen in die hiesige Region. In Zeiten des E-Bikes dürfte dies nicht in erster Linie auf die Anstiege zurückzuführen sind, die im Gebirge nun mal dazugehören.

Vielmehr hat die Situation auch mit den Gegebenheiten vor Ort zu tun. Zustand, Beschilderung und Anbindung regionaler Radwege lassen mitunter zu wünschen übrig. "Es gibt noch keine zusammenhängende Infrastruktur", sagt beispielsweise Fahrradhändler Stefan Weinhold, nachdem er bei der Eurobike-Messe am Bodensee gesehen hat, wie gut es in anderen Regionen funktioniert. Und Konrad Krause vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub macht zudem auf die mitunter fehlenden Zustiegsmöglichkeiten zu Fernverbindungen hin.

Mit einer neuen Radwegekonzeption will der Landkreis die Attraktivität verbessern und somit mehr Touristen anlocken. Und natürlich soll das Wegenetz weiter ausgebaut werden. Derzeit umfasst es etwa 160 ausgeschilderte Routen mit einer Gesamtlänge von rund 3.000 Kilometern. Eine neue Route könnte womöglich in Marienberg hinzukommen, denn die Stadt plant einen Radweg nach Reitzenhain, der eine wichtige Verbindung zum Kammweg darstellen würde.

Mit der ehemaligen Bahnstrecke, die 1994 stillgelegt worden war, scheint eine optimale Voraussetzung vorhanden zu sein. Doch das Tiefbauamt sowie zwei Planungsbüros prüfen derzeit noch drei Alternativen. Schließlich gilt es, Faktoren wie Wirtschaftlichkeit, Umweltverträglichkeit und Fördermöglichkeiten genau zu beleuchten. Ende November soll die überarbeitete Vorplanung beim Landesverkehrsamt eingereicht werden.