Reichlich 250 Motorradfahrer feiern 100. Geburtstag des Marienberger Dreiecks

Jubiläum Wie 1924 lockt die historische Technik auch jetzt noch viele Liebhaber in die Bergstadt

Marienberg. 

Marienberg. Etwa 250 historische Motorräder und dazu noch rund 100 vierrädrige Oldtimer sind am Wochenende rund um Marienberg unterwegs gewesen. Vom Marktplatz der Bergstadt führte ihr Weg zur Heinzebank, weiter nach Wolkenstein und dann wieder zurück zum Startpunkt. Wer auf der Landkarte nachschaut wird sehen, dass sich daraus so ziemlich ein Dreieck ergibt. So wurde auch die Rennstrecke genannt, der die Teilnehmer anlässlich eines großen Jubiläums die Ehre erwiesen. Schließlich ist es ziemlich genau 100 Jahre her, dass auf dem Marienberger Dreieck die ersten Rennen ausgetragen wurden.

Tradition bleibt erhalten

"Hier wurden von 1923 bis 1937 Rennen ausgetragen, die mit einer Ausnahme immer zur Deutschen Motorrad-Straßenmeisterschaft gehörten", erklärt Jörg Zander. Weil die Regierung das Geld dann lieber in die Rüstung steckte, war es mit dem Marienberger Dreieck vorbei. Ein Versuch, die Rennen nach dem Zweiten Weltkrieg neu zu beleben, scheiterte. Allerdings wurden vor Ort in den 1960er- und 1970er-Jahren Veteranenfahrten ohne Wettkampfcharakter organisiert, die bis 1985 stattfanden. Auch diese Tradition schlief ein, allerdings geriet das Marienberger Dreieck niemals ganz in Vergessenheit.

Rundenrekord bleibt unantastbar

Mit der Marienberger 475-Jahr-Feier blühte die Motorrad-Leidenschaft 1996 wieder auf. Seither organisiert die Stadt aller zwei Jahre gut besuchte Treffen, wobei Jörg Zander als Veranstaltungsmanager den Hut aufhat. Diesmal war das Programm mit einem großen Oldtimertreffen, einer historischen Modenschau und dem 3. Marienberger Stadtlauf noch etwas bunter als sonst, weil ein runder Geburtstag anstand. Doch die Atmosphäre war bei vielen Benzingesprächen wie immer. "Alles schön gemütlich", sagte André Meier stellvertretend für alle Teilnehmer. Auch der 59-jährige Großrückerswalder machte sich mit seiner DKW ZSW 500, gebaut im Jahr 1927, auf die 17 Kilometer lange Strecke. Vom Rundenrekord, den Kurt Mansfeld am 30. Mai 1935 dank einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 143,4 km/h mit 6:49,2 Minuten aufstellte, waren die Teilnehmer aber weit entfernt. Sie brauchten drei- oder viermal so lange - und waren trotzdem glücklich.

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