Rekord im Erzgebirge: Diese Stadt holt sich Millionen-Förderung

Höchste Pro-Kopf-Förderung in der Region - Investition in Radwege, Freibad, Stadtgrün

Region

Gute Nachrichten für Thalheim im Erzgebirge: Am Dienstag (5. August) übergab Sachsens Staatsministerin Regina Kraushaar persönlich den 100. Förderbescheid aus dem EFRE-Stadtentwicklungsprogramm - verbunden mit einer Förderung in Höhe von 330.000 Euro für den Ausbau der Radwege. Damit wird ein weiteres großes Projekt der nachhaltigen Stadtentwicklung in ländlichen Regionen umgesetzt.

Weniger Steigung, besserer Asphalt: Radfahren wird komfortabler

Mit dem Geld will Thalheim die Radwegeinfrastruktur verbessern, bestehende Lücken schließen und die innerstädtische wie regionale Vernetzung voranbringen. Laut Staatsministerin Kraushaar wird Europa mit dem Bescheid "sichtbar und im wahrsten Sinne des Wortes erfahrbar", denn in Thalheim gehe es ganz konkret um "weniger Steigung, glatten Asphalt und bessere Befahrbarkeit" - etwa für den Weg zur Schule oder zur Arbeit.

Thalheim als Vorbild für kleine Städte

Dass auch kleinere Städte wie Thalheim große Ziele haben, würdigte Kraushaar ausdrücklich. Die Stadt im Erzgebirge sei ein Beispiel dafür, wie lebendige Stadtentwicklung auch abseits der Metropolen gelingen könne. Der 100. Förderbescheid sei deshalb nicht nur ein schönes Jubiläum, sondern auch ein klares Signal, dass gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land ein ernst genommener Auftrag seien.

Weiterer Förderbescheid: 1 Million Euro für das Erzgebirgsbad

Die Radwegförderung war nicht die einzige gute Nachricht an diesem Tag: Zusätzlich erhielt die Stadt Thalheim einen weiteren Förderbescheid in Höhe von einer Million Euro zur Wiederbelebung des Freizeitareals am Erzgebirgsbad. Laut Bürgermeister Nico Dittmann ist die Verbesserung der Radwege ein wichtiger Schritt zur besseren Anbindung städtischer Einrichtungen. Die Aufwertung des Außengeländes rund um das Bad sei ein zentrales Element der Stadtentwicklung und habe große Bedeutung für die Lebensqualität in Thalheim.

Sportlicher Zeitplan

Trotz eines ambitionierten Zeitplans - alle Maßnahmen müssen bis Ende 2027 abgeschlossen sein - zeigt sich Dittmann optimistisch, dass die Stadt die gesetzten Ziele plangemäß erreichen wird. Die persönliche Übergabe des Förderbescheids sei zudem ein starkes Zeichen der Wertschätzung gegenüber dem Ort.

Thalheim mit der meisten Pro-Kopf-Unterstützung

Thalheim nimmt im EFRE-Förderprogramm eine Sonderstellung ein: Zwar ist es mit rund 6.000 Einwohnern die kleinste beteiligte Stadt, doch mit einem Gesamtfördervolumen von rund 3,2 Millionen Euro erhält sie pro Kopf am meisten Unterstützung - etwa 740 Euro pro Einwohner. Unter dem Projekttitel "Blaues Band im Zwönitztal" wird hier besonders intensiv in Mobilität, Stadtgrün und Infrastruktur investiert.

"Das Programm wirkt"

Katrin Leonhardt, Vorstandsvorsitzende der Sächsischen Aufbaubank (SAB), betonte die Bedeutung der Förderung für den Alltag vieler Menschen: Die EU-Förderung ermögliche nachhaltige Investitionen direkt vor Ort, mache Städte lebenswerter und Sachsen zukunftsfähiger. Gerade kleinere Städte könnten durch gezielte Investitionen in Radverkehr und Mobilität neue Chancen schaffen. Mit dem 100. Förderbescheid werde deutlich, dass das Programm tatsächlich wirkt und bei den Menschen ankommt.

EFRE-Förderung: Millionen für Sachsens Städte

Hintergrund: In der aktuellen Förderperiode 2021 bis 2027 stehen im EFRE-Programm "Nachhaltige integrierte Stadtentwicklung" rund 196,5 Millionen Euro aus EU- und Landesmitteln zur Verfügung. Ziel ist es, CO₂-Emissionen zu reduzieren, Stadtökologie zu verbessern und benachteiligte Stadtteile sozial wie wirtschaftlich zu beleben.

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