Rennrodlerin näht Mundschutze

Ziele Julia Taubitz will Gesamtweltcup verteidigen und wieder WM-Medaille erkämpfen

Die letzte Saison war eine erfolgreiche für die erzgebirgische Rennrodlerin Julia Taubitz mit dem Erringen der Titel des Vize-Weltmeisters und Weltmeisters im Team, dem erstmals gewonnenen Gesamtweltcup und dem im Sprint sowie einer Silbermedaille bei der Europameisterschaft. Nun sind ihre Blicke bereits nach vorn gerichtet. Doch die Corona-Krise hinterlässt auch im Rennrodelsport ihre Spuren. Seit zwei Wochen darf Julia Taubitz als Angehörige der Bundeswehr unter strengen Auflagen wieder in der Kaserne von Oberhof für die kommende Saison trainieren. "Es ist ein bisschen anders, aber wesentlich besser als allein zu Hause. Dort hast du deinen Trainer und Trainingskameraden und hast eben auch die spezifischen Geräte, die für uns Rennrodler wichtig sind", so die 24-jährige Annaberg-Buchholzerin.

Wenn sie dann am Wochenende zu Hause ist, setzt sie sich an die Nähmaschine, ein Weihnachtsgeschenk ihrer Großmutter Eva, um Mundschutze zu nähen. "Wenn die Corona-Krise nicht gekommen wäre, hätte ich nicht so viel Zeit gehabt, diese auszuprobieren. Da ich aber zwangsweise viel Freizeit hatte, kam ich anfangs auf die Idee, mir einen Einkaufsbeutel zu nähen, was mir riesig Spaß machte. Als dann die Mundschutzpflicht kam, habe ich mich für meine Eltern und Freunde an einem Mundschutz versucht. Und da es im Netz Anleitungs-Videos zuhauf gibt, habe ich mich schnell reingefuchst. Es haben auch schon Leute angefragt, wie in Oberhof, da es sich mittlerweile wohl herumgesprochen hat", verrät die erfolgreiche WSC Erzgebirge-Sportlerin und blickt schon einmal auf die Winter-Saison. "Ich gehe davon aus, dass die Rennrodel-Saison ganz regulär beginnt. Auf alle Fälle will ich den Gesamtweltcup verteidigen und natürlich bei der WM im kanadischen Whistler mit einer WM-Medaille wieder nach Hause fahren."