Wenn die Welt von einer Sekunde auf die andere stillsteht, sind sie zur Stelle: die ehrenamtlichen Helfer des Kriseninterventionsteams Aue-Schwarzenberg (KIT). Das Team hat jetzt mit der Johanniter-Unfall-Hilfe, Regionalverband Chemnitz/Erzgebirge, einen neuen Träger. Das 12-köpfige Team ist eine unverzichtbare Stütze im Rettungswesen der Region. In enger Zusammenarbeit mit der Feuerwehr, dem Rettungsdienst und der Polizei leisten die Ehrenamtlichen psychosoziale Erste Hilfe. Sie bieten Menschen Halt und Orientierung in akuten Ausnahmesituationen.
Helfer haben schon einiges erlebt
Daniela Tauscher hat den Hut auf beim Kriseninterventionsteam Aue-Schwarzenberg - seit sechs Jahren ist sie dabei und hat schon viel erlebt. "Der bewegendste Moment war für mich der plötzliche Tod eines dreijährigen Mädchens. Das hat mich wochenlang beschäftigt", erzählt die 50-jährige, die selbst Mutter ist und mittlerweile drei Enkelkinder hat. Das Erlebnis war einschneidend: "Da war ich an einem Punkt, wo ich gesagt habe, ich möchte keinen Einsatz mehr mit Kindern. Tatsächlich hatte ich dieser Tage wieder einen Einsatz mit einem Kind und habe es trotzdem gemacht. Man kann die betroffenen Menschen nicht sich selbst überlassen." Stolz ist sie auf ihr Team: "Das ist super. Wir reden nach jedem Einsatz und telefonieren miteinander." Zum 12-köpfiggen Team gehört auch eine Trauma-Therapeutin. Der Jüngste im Team ist Maximilian Manske. Der 22-jährige aus Zschorlau ist Bestattungsfachkraft: "Durch meinen Beruf habe ich immer wieder Kontakt zu Leuten vom KIT-Team und es war ein gewisses Grundinteresse schon immer da, Seelsorge zu betreiben." Seit Mitte 2025 ist der junge Mann im Team: "Was mich bewegt ist, dass Leute in ganz schweren Lebenslagen gesagt haben, wir sind dankbar, dass sie da waren und es hat uns geholfen." Manske weiß: "Eine Grundmenschenkenntnis braucht man immer und viel macht dann auch die Erfahrung. Die habe ich bei Weitem noch nicht, wie die anderen, die viele Einsätze schon erlebt haben." Jana Goldhan aus Schwarzenberg möchte sich dem Team anschließen. Die 50-jährige ist durch eine Freundin, die schon länger zum Kriseninterventionsteam gehört, aufmerksam geworden. "Ich bin gläubig und liebe das Leben, aber ich kann gut auch Menschen zur Seite stehen, die in großer Not sind und ihnen Trost spenden", sagt die selbstständige Kosmetikerin: "Durch meine Arbeit habe ich einiges an Erfahrung. Kunden vertrauen mir oftmals Dinge an, die niemand sonst kennt."
Eine Geschichte des Engagements
Gegründet wurde das Kriseninterventionsteam Aue-Schwarzenberg im Jahr 2002 von engagierten Bürgern, von denen einige bis heute aktiv im Dienst sind. Über die Stationen der Berufsfeuerwehr Zwickau und den Verein Herr-Berge in Burkhardtsgrün führte der Weg nun zu den Johannitern. Dieser Wechsel markiert ein wichtiges Zeichen für die nachhaltige Sicherung dieses ehrenamtlichen Dienstes in der Region. Die Unterstützung durch das Kriseninterventionsteam ist für die Hilfesuchenden grundsätzlich kostenfrei und streng vertraulich. Die Arbeit findet oft im Stillen statt, ist aber für die Betroffenen von unschätzbarem Wert.
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