Revolutionäres "Abäppelgerät": Pferdemist ist nun Techniksache

Erfindung Damit soll auf Pferdehöfen massiv Zeit eingespart werden

Kühnhaide. 

Kühnhaide. Auf dem Pferdehof von Nancy Hübner in Kühnhaide entstehen jeden Tag drei bis vier Tonnen Mist. "Früher haben wir diese Menge mit einer Mistgabel auf einen Traktoranhänger geschaufelt. Das sogenannte Abäppeln hat pro Tag rund fünf Stunden in Anspruch genommen und war körperlich extrem anstrengend. Daraufhin haben wir ein Gerät gekauft, welches im Gelände jedoch nicht funktionierte", sagt die 31-jährige Inhaberin des Pferdehofs Aktivhaltung Hübner.

Gemeinsam mit drei Mitarbeitern hat er das Gerät entwickelt

Der Mann von Franziska Mehlhorn, die selbst zwei Pferde auf dem Hof von Nancy Hübner untergebracht hat, erkannte sofort mehrere Probleme, warum das Gerät nicht funktionierte. Andreas Mehlhorn ist Betriebsleiter bei der Firma Metallbau Mehlhorn GmbH in Aue und wollte gern eine Lösung für die Probleme finden. Im Spätsommer 2018 hat der 33-Jährige zusammen mit drei Mitarbeitern mit der Entwicklung eines neuen Gerätes begonnen, im März dieses Jahres war der erste Prototyp schließlich fertig.

Das Gerät hat er sich gleich patentieren lassen

"Unser Abäppelgerät ist ein hydraulisch betriebener Sammelbehälter mit eigenem Fahrwerk, den man vorne oder hinten an jedem Traktor befestigen kann. Im Gerät befindet sich eine Walze, die wie eine Kehrmaschine den Mist einsammelt. Sobald der Sammelbehälter voll ist, kann man diesen wie eine Baggerschaufel entleeren", sagt Andreas Mehlhorn. Da die Kombination dieser Funktionen einmalig ist, hat sich Andreas Mehlhorn das Gerät patentieren lassen. Ab August möchte er die ersten Geräte ausliefern lassen, diese befinden sich momentan noch bei Nancy Hübner auf dem Hof in der Testphase.

"Farm-Servant" ist ein passender Name

Das Abäppelgerät soll zukünftig in verschiedenen Größen verfügbar sein, abhängig von bereits vorhandenen Gerätschaften wie Traktor oder Hoflader. Je nach Größe wird es ab rund 10.000 Euro kosten, die Herstellung wird rund vier Wochen in Anspruch nehmen. Zukünftig wird das Gerät, mit dem man etwa 50 Prozent Arbeitszeit spart, den Namen "Farm-Servant", zu Deutsch "Hofdiener", tragen.