Rollenspiele für die Suchtprävention

Seminar Zwönitzer Schüler erwerben Kompetenzen im Umgang mit Suchtproblemen

rollenspiele-fuer-die-suchtpraevention
Leonie Uhlig, Lorena Weidlich, Pia Sterzel und Selina Luisa Langer (v.l.) beteiligen sich an dem Suchtpräventionsprojekt. Foto: Georg Dostmann

Zwönitz. Seit Januar 2017 veranstaltet die regionale Fachstelle für Suchtprävention Chemnitz einmal im Monat für jeweils drei Stunden im Mehrgenerationenhaus ein Seminar für die Schüler der Oberschule "Katharina Peters" und des "Matthes Enderlein Gymnasiums" in Zwönitz. "In den Seminaren werden verschiedene Themen angesprochen, zum Beispiel wie eine Sucht entsteht, was es für verschiedene Suchtformen gibt, wann man von einer Abhängigkeit spricht und wie man sich dagegen wehren kann", erzählt Katja Nitzsche, die bei der Fachstelle als Sozialarbeiterin tätig ist.

Um sich das Wissen anzueignen, führen die Jugendlichen unter anderem Rollenspiele durch. "Die teilnehmenden Schüler sollen nicht zu Suchtberatern ausgebildet werden, sondern Ansprechpartner für Mitschüler und Lehrer sein, wenn es beispielsweise um die Unterrichtsgestaltung geht", erklärt die 39-Jährige. Das Projekt trägt den Arbeitstitel "Peeraten", hergeleitet aus dem Englischen peer to peer.

Finanziert wird es durch den Landkreis Erzgebirge. Das Ganze läuft noch bis Dezember dieses Jahres. Im kommenden Sommer ist ein Nachtreffen geplant. Jeweils sechs Schüler aus den Klassenstufen acht und neun jeder Schule nehmen an dem Projekt teil. "Sie haben sich freiwillig für das Projekt gemeldet", sagt Theresa Markert, die Schulsozialarbeiterin der Oberschule. Die sechs Schülerinnen der Oberschule möchten nach dem Projekt weiter als Peeratengruppe in ihrer Schule fungieren und Ansprechpartner für Lehrer und Mitschüler sein.

Selina Luisa Langer besucht die neunte Klasse der Oberschule. "Ich wollte mehr über das Thema Sucht erfahren, da es in der Schule nur unzureichend angesprochen wird", sagt die 15-Jährige. Pia Sterzel hatte vor dem Projekt selbst Probleme mit Alkohol und lag deswegen schon einmal zweieinhalb Tage im Krankenhaus. Die 15-jährige Neuntklässlerin sagt: "Ich habe durch das Projekt einen bewussteren Umgang damit gelernt".