Rübenau feiert fünf Jahre Mettenschicht

Bergbau Bergbauverein befördert verborgene Ortsgeschichte zutage

Die Bergbrüderschaft Pobershau war bei der Mettenschicht an der "Eichners Hoffnung Fundgrube", die alljährlich Zuschauer auch aus den umliegenden Orten (sogar aus Freiberg) anzieht, zu Gast. Foto: Thomas Fritzsch

Rübenau. Die traditionelle Mettenschicht haben die Bergbrüder des Bergbauvereins Rübenau am vergangenen Samstag an der "Eichners Hoffnung Fundgrube" abgehalten.

Auf den Spuren der späten Bergbauperiode in Rübenau begaben sich bei der 5. Auflage wieder zahlreiche große und kleine Besucher bei Bratwurst und Glühwein. Mit dabei unter anderem der Rübenauer René Baldauf, der in seiner Montur einen Hüttenarbeiter und hier einen Schmelzer, verkörpert.

Bergbau in Rübenau?

Mit Leib und Seele ist der 40-Jährige der Bergbaugeschichte verhaftet und seit 27 Jahren Mitglied der Bergbrüderschaft Pobershau. "Kommenden Samstag geht es natürlich nach Annaberg-Buchholz zur großen Bergparade", blickt der Rübenauer voraus. Gegenüber der Bergstadt war die Bergbau-Ortsgeschichte von Rübenau bislang jedoch weitgehend verborgen.

"Wir wollen den Leuten nahe bringen, dass auch in Rübenau Bergbau betrieben wurde", sagte der Vereinsvorsitzende des Bergbauvereins Rübenau, Oliver Herrmann. Er und weitere Gleichgesinnte entdeckten den verschütteten ehemaligen Grubeneingang vor einigen Jahren wieder. "Eine lokal eng begrenzte Bodenabsenkung machte uns neugierig", so Oliver Herrmann.

Zusammen mit sechs Mitgliedern liegt ihm die Erhaltung des durch die Mitglieder in den letzten Jahren neu ausgebauten Mundloches der Fundgrube am Herzen. "So etwas ist nicht ungefährlich, man darf dabei nicht leichtfertig vorgehen", sagt der Vorsitzende des jungen Bergbauvereins Rübenau, der im April 2015 gegründet wurde. Jedoch erweist es sich als äußerst schwierig, Archivmaterial über die Bergbaugeschichte der Ortschaft zu finden.

Ein weißer Fleck auf der Bergbaulandkarte

"Rübenau ist auf der Bergbaulandkarte ein weißer Fleck, ohne nennenswerten Bergbau", erklärt Oliver Herrmann. Überliefert ist, dass der Zöblitzer Christian Gottlob Eichner im Jahre 1868 in der Zinkblende- und Kupferkies-Fundgrube einfuhr mit Arbeitern, die er in der Grenzgemeinde rekrutierte.

Bereits 1879 wurde der Bergbauversuch eingestellt und das Berggelände losgesagt. Vermutlich aufgrund nicht anhaltender Erfolge. "Wir wollen zunächst alles Material sammeln und ordnen, zugleich das ganze Gebiet erforschen. Und dann zeigen, was in Rübenau unter Tage vonstatten ging und das war einiges. Dabei sind durchaus konkrete Hinweise und Unterlagen vorhanden, was uns bislang jedoch leider völlig fehlt, sind Grubenrisse", so Oliver Herrmann.

Zusammen mit seinen mittlerweile elf Bergbrüdern will er noch mehr bislang verborgene Anlagen finden und erkunden, welche Vorkommen in Rübenau einst abgebaut wurden.