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Rückblick: Wie Dotchev die Veilchen zurück ins Unterhaus führte

Erfolg Dotchev gelingt nach dem Abstieg ein erneutes Veilchen-Wunder

Aue. 

Aue. Aller guten Dinge sind Drei: Pavel Dotchev war der dritte Trainer der mit dem FC Erzgebirge Aue den Aufstieg in die 2. Fußball-Bundesliga schaffte. Dotchev kam in einer Situation als in Aue scheinbar alles am Boden lag. Am 24. Mai 2015 stiegen die Lila-Weißen trotz eines 2:2 beim 1. FC Heidenheim ab. Kurz danach erklärte Trainer Tomislav Stipic seinen Rücktritt. Helge Leonhardt soll von einem Freund damals den Tipp bekommen haben, Pavel Dotchev als Coach in Erwägung zu ziehen. Denn der Bulgare kannte die 3. Liga bestens, hatte ein großes Netzwerk und es eilte ihm der Ruf voraus, dass er Mannschaften formen kann. Im Schloss Wolfsbrunn traf sich Dotchev mit Präsident Leonhardt, mit Lothar Schmiedel und Geschäftsführer Michael Voigt. Dieses Gespräch, so sagt es Dotchev in der Rückschau, sei sehr gut gelaufen. Doch erst einmal war er ein Trainer ohne Mannschaft: "Nur Martin Männel war da. In der kürzester Zeit mussten wir ein Team zusammenstellen", so der Coach. An die zweite Verpflichtung erinnere er sich noch gut: "Das war Sebastian Hertner." Für einen Trainer sei das eine gute Situation, weil er sich auf diese Weise ein Team der Wahl zusammenstellen kann.

"Casting" zum Auftakt der Mission

Da man viele Spieler, die dem Verein angeboten wurden, gar nicht kannte, gab es eine Art Casting. "Wir hatten 22 Gastspieler im Stadion und haben elf gegen elf spielen können", so Dotchev. Simon Handle beispielsweise sei bei diesem Spiel dabei gewesen. Das erste Spiel nach der Sommerpause war die Begegnung gegen Osnabrück. Sie endete 0:0. Während der Cheftrainer mit dem torlosen Unentschieden haderte, war FCE-Präsident Helge Leonhardt zufrieden. "Er dachte wohl, wir bekommen zwei oder drei Gegentore." Ein Schlüsselspiel sei in dieser Saison die Begegnung gegen Chemnitz gewesen. Als sein Team diese Begegnung noch drehte, habe er das erste Mal gesagt: "Die Mannschaft ist reif für mehr." Den Aufstieg, den Rummel um seine Person und vor allem die Feier mit Korso ins Rathaus werde er ganz sicher nie vergessen. Auch wenn er seinen Abgang in der darauf folgenden Saison nicht bereut habe, bleibt er doch schmerzlich. "Es hat mich geärgert, dass es der ein oder andere falsch interpretiert hat. Ich habe diesen Schritt für die Mannschaft und den Verein gemacht. Habe auf meinen Vertrag verzichtet und ich bin auch nicht als Verlierer gegangen."

Sein Nachfolger Domenico Tedesco hätte eine funktionierende Mannschaft vorgefunden. Andererseits hätte er den Klassenerhalt gar nicht schaffen können. Noch heute steht Dotchev mit Helge Leonhardt in Kontakt. "Aue ist für mich ein Traditionsverein. Alle identifizieren sich mit diesem Verein. Das ist ein Grund, warum ich Aue als meine zweite Heimat sehe", sagt er.

 BLICK blickt rund um das Vereinsjubiläum auf 75 Jahre Wismut und Erzgebirge Aue zurück. Weitere Stories gibt es unter der Rubrik Erzgebirge und auch in den kommenden Tagen auf BLICK.de