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Sammler überrascht selbst Wismut-Legenden

Leidenschaft Jens Dittrich nennt 5000 Dinge rund um den Auer Fußball sein Eigen

Grünhain-Beierfeld. 

Grünhain-Beierfeld. Es gibt Ereignisse, die Menschen innehalten lassen. So ging es im vergangenen Jahr Jens Dittrich aus Grünhain-Beierfeld. Ausgerechnet am 4. März 2020 - also am 74. Jahrestag der Vereinsgründung - starb sein guter Freund und Kumpel Thomas Holtz. "Er stammte zwar aus dem Erzgebirge, lebte aber seit vielen Jahre auf Usedom und hat genauso wie ich alles rund um den FC Erzgebirge Aue gesammelt", sagt der 54-Jährige. Sein Tod war für Dittrich ein einschneidendes Erlebnis und ein Moment, der ihn nachdenklich werden und ihn eine Entscheidung treffen ließ. Denn Dittrich, der mit zirka 5000 Dingen rund um den Verein aus dem Lößnitztal eine der größten lila-weißen Sammlungen sein Eigen nennt, stellte mir sofortiger Wirkung sein Sammeln ein. "Ich habe nach der Wende wirklich 30 Jahre intensiv alles rund um die Veilchen zusammengetragen", sagt Dittrich. Der Grundstein für seine Sammelleidenschaft wurde bereits im Schulkindalter gelegt. Dem ersten Stadionbesuch folgten das erste Glas, der erste Schal und der erste Wimpel. Viel habe es an Fanartikel zu DDR-Zeiten nicht gegeben. Ein kleiner Fanshop befand sich direkt hinterm Stadion. "Links in der Traverse war er, direkt neben dem Imbissstand", erinnert sich Jens Dittrich, der aus Schwarzenberg-Neuwelt stammt.

Nach der Wende legt sich der Sammler so richtig ins Zeug.

Nach 1990 schlug er so richtig zu. Einerseits kaufte er Dinge, die neu auf den Markt kamen, andererseits schaltet Jens Dittrich auf der Suche nach Historischem Annoncen. Immer wieder kam er dann auch an Dinge, die es nur extrem selten gab. "Ob es die größte Sammlung ist, weiß ich nicht", sagt Dittrich, wohlwissend, dass er mit seinen Schätzen schon einige überrascht hat. Selbst FCE-Präsident Helge Leonhardt sowie die Wismut-Legenden Klaus Zink und Jürgen Escher haben sich seine Sammlung schon angeschaut. Doch für Dittrich ist es nicht bei Fan-Utensilien geblieben. Ab 1997 hat der Veilchen-Fan jeden Beitrag, der über den FC Erzgebirge Aue erschienen ist, ausgeschnitten, archiviert und abgeheftet. 45 Ordner mit Zeitungsartikeln sind zusammengekommen. Gemeinsam mit Tobias Rockstroh aus Schwarzenberg, Ralph Meyer aus Raschau und Hartmut Fischer aus Neuwelt will der Beierfelder in der FCE-Geschäftsstelle ein Traditionszimmer einrichten. Gespräche darüber hat es schon gegeben. 

BLICK blickt rund um das Vereinsjubiläum auf 75 Jahre Wismut und Erzgebirge Aue zurück. Weitere Stories gibt es unter der Rubrik Erzgebirge und auch in den kommenden Tagen auf BLICK.de