Pünktlich zum Start in die diesjährige Wandersaison konnte am heutigen 21. Mai 2026 ein bedeutendes Denkmal der erzgebirgischen Bergbaugeschichte offiziell freigegeben werden. Nach einer umfassenden Sanierung, die im Jahr 2021 begann erfolgte nun der feierliche Abschluss der Arbeiten am „Grünen Graben“ im romantischen Schwarzwassertal.
Ministerpräsident und Staatsminister reisten aus Dresden an
Diesen Termin hatten sich auch der Sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer sowie der Staatsminister für Regionalentwicklung, Georg Ludwig von Breitenbuch nicht entgehen lassen und nahmen an einer geführten Fachwanderung entlang des historischen Wassergrabens teil.
„Ich bin beeindruckt, was hier geleistet wurde und finde es toll, dass auch Schülerinnen und Schülern des Marienberger Gymnasiums, die damit symbolisch die Brücke zwischen der Geschichte und der Zukunft der Region schlagen, uns begleiteten“, so der Ministerpräsident.
Fünf Jahre Sanierung für den Erhalt des Denkmals
Erste Hinweise, dass sich am Grünen Graben etwas tun muss kamen schon vor 16 Jahren aus der Bevölkerung. „Die Realität war anfangs erschütternd, denn der notwendige Aufwand, das Denkmal wieder herzurichten, zeigte sich enorm. Allein 235 Bauberatungen mussten abgehalten werden“, erklärte Forstbezirksleiter Ingo Reinhold.
Dauerhafter Erhalt im Vordergrund
Seit dem Jahr 2021 wurde die historische Anlage in enger Zusammenarbeit zwischen der Stadtveraltung Marienberg, dem Staatsbetrieb Sachsenforst und den Denkmalschutzbehörden umfassend saniert.
Da der Graben über die Jahrhunderte hinweg durch Witterungseinflüsse, Hangrutschungen und natürlichen Verschleiß stark beschädigt und abschnittsweise undicht geworden war, stand der dauerhafte Erhalt des Kulturdenkmals im Vordergrund.
Wanderweg für kommende Generationen gesichert
Die Arbeiten unterlagen aufgrund der topographisch anspruchsvollen Lage im Schwarzwassertal und der strengen Naturschutzauflagen besonderen Herausforderungen. Mit der erfolgreichen Fertigstellung ist die wasserführende Funktion des Grabens sowie die Begehbarkeit des Wanderweges für die kommenden Generationen nun wieder gesichert.
Was lange währt wird doch oft gut
„Ich freue mich, dass uns der Freistaat hier so unterstützt hat. Im Vorfeld zur Realisierung gab es viele Hindernisse und Steine, die aus dem Weg geräumt werden mussten. Unser Ministerpräsident Michael Kretschmer hat uns hier sehr geholfen.“, lobt Marienbergs Oberbürgermeister, Andrè Heinrich die Zusammenarbeit und ergänzt:
„Der Grüne Graben ist nicht nur ein lebendiges Zeugnis des Erfindergeistes unserer Vorfahren, sondern auch ein Herzstück des sanften Tourismus in Marienberg. Dass wir diesen Weg pünktlich zum Start der Wandersaison wieder vollständig freigeben können, ist ein großartiges Signal für die Region“.
Ein Meisterwerk historischen Bergbaus
Der circa acht Kilometer lange „Grüne Graben“ wurde bereits im 17. Jahrhundert (um 1680) von Bergleuten angelegt. Seine ursprüngliche Aufgabe war es, das Aufschlagwasser aus dem Schwarzwassertal zu den Gruben und Pochwerken des Marienberger Reviers zu leiten, um dort die Kunstgezeuge anzutreiben.
Ein Blick in die Geschichte sagt, dass in den Jahren 1678 bis 1680 – als der Graben angelegt wurde – 57 Wochen daran gearbeitet wurde. Heute, fast 350 Jahre später wurden in fünf Jahren Gesamtbauzeit 40 Monate am Grünen Graben zur Sanierung aufgewendet. Die Kosten von 2,95 Mio Euro konnten eingehalten werden.
Landschaftlich reizvoll und historisch interessant
Heute gilt der Graben als eines der bedeutendsten Denkmale der Bergbaugeschichte des Erzgebirges. Als integraler Bestandteil der Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří gehört er zum UNESCO-Welterbe und zieht jährlich tausende Wanderer und historisch Interessierte in seinen Bann.
Der parallel verlaufende Grabenpfad zählt zu den landschaftlich schönsten Wanderwegen der Region.
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