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Schüler forschen zu Ablassbrief

Wettbewerb Brecht-Gymnasiasten gewinnen den sächsischen Luther-Wettbewerb

Was ist der Unterschied zwischen Ablass und Ablasshandel? War der deutsche Reformator Martin Luther (1483-1546) ein Gegner des Ablasses oder nur des Ablasshandels? Diese Fragen sind zweifellos spannend. Achtklässler des Schwarzenberger Bertolt-Brecht-Gymnasiums sind diesen Fragen nachgegangen, haben überraschendes dabei entdeckt und letztendlich sogar den sächsischen Lutherwettbewerb gewonnen. Darauf sind Ruben Wötzel, Paul Zeise, Lucas Zimmermann, Antonia Reimann und Julia Zeise mächtig stolz.

Die Religionsschüler der Klasse 8c des Bertolt-Brecht-Gymnasiums Schwarzenberg forschten anhand eines Ablassbriefes aus dem Jahr 1500. Dieser machte die Markersbacher Kirche zur Walfahrtskirche. Den Jugendlichen lag sowohl eine lateinische Abschrift als auch eine deutsche Übersetzung vor. "Im Ablassbrief ging es zwar auch um Geldspenden, aber hauptsächlich darum, dass man den Gottesdienst besuchen solle", so Antonia Reimann. Daher empfanden die Gymnasiasten den ganzen Brief als positiv. Sie konnten inhaltlich nichts Verwerfliches feststellen. Der Grund ist einfach: Der Ablassbrief stammt aus der Zeit vor Johann Tetzel. Überlieferungen zufolge war Tetztels Spruch, mit dem er für den Ablasshandel warb: "Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele aus dem Feuer springt."

Die Brecht-Gymnasiasten haben sehr deutlich den Unterschied zwischen Ablass und Ablasshandel herausgearbeitet. Eine Tatsache, die Religionslehrerin Cornelia Krauß sehr freute. "Der Ablass selbst war nichts schlechtes", heißt es. Höhepunkt des Wettbewerbs war die Präsentation im Residenzschloss in Dresden. Neben einer Power-Point-Präsentation führten die Schwarzenberger Religionsschüler auch ein kleines Schauspielstück auf. Lucas Zimmermann gab darin den Luther, der die Präsentation vor den Juroren sprengte. "Luther verwehrt sich dagegen, dass man den Ablasshandel als positiv darstellt", erklären die Schüler. Doch mit zahlreichen Fakten stellten sie den besagten Unterschied heraus. Die Juroren des Wettbewerbs "Das wirkt! Luther und die Reformation", der von der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen und vom theologisch-pädagogischem Institut initiiert wurde, waren begeistert.



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