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Schließung des Einzelhandels gleicht "staatlich angeordneter Hinrichtung"

protest Händler kämpfen um Existenz - Angemessene Entschädigung gefordert

Annaberg-Buchholz. 

Annaberg-Buchholz. Der derzeitige harte Lockdown ist eine Art "Todesstoß" für viele Einzelhändler, Gaststätten und die Kulturschaffenden. Seit dem gestrigen Montag und voraussichtlich noch bis zum 7. Februar soll der Lockdown in Sachsen andauern. Viele der Betroffenen befürchten, dies geschäftlich und finanziell nicht zu überleben. Darunter sind auch viele Innenstadthändler von Annaberg-Buchholz. Um auf ihre prekäre Situation aufmerksam zu machen, schlossen sich zirka 20 Geschäftsinhaber der Annaberger Innenstadt gemeinsam mit dem Werbering Annaberg der deutschlandweiten Aktion "AUF_merksam" an und stellten sich am 11. Januar gegen 11 Uhr mit einheitlichen Plakaten vor ihre Geschäfte. Gegen 11.15 Uhr gingen dann zehn der Teilnehmer zum Marktplatz.

Aufmerksamkeit soll sich auf die Situation im Handel richten

"Wir möchten uns gleich vorab entschieden von "falscher" Einordnung unseres Protestes distanzieren. Wir sind keine Corona-Leugner, Rechte, Schwurbler oder Maskenverweigerer", erklären die Initiatoren der Aktion und betonen weiter: "Wir möchten AUF_merksam auf unsere existenzgefährdende Situation machen. 65 Prozent des stationären Einzelhandels sind durch die Pandemie-Maßnahmen unmittelbar betroffen. Es droht nicht nur das Aus dieser Betriebe, sondern es gleicht einer staatlich angeordneten Hinrichtung." Viele Händler - auch in Annaberg-Buchholz - insbesondere in der Modebranche handeln mit Ware, die nach der aktuellen Saison kaum noch verkauft werden kann und damit nahezu komplett abgeschrieben werden muss. Dabei geht es den Händlern nicht nur darum, einen Teil der Fixkosten erstattet zu bekommen. Der viel größere Verlust ist der Warenbestand, der Tag für Tag ein größeres Loch in die Reserven reißt. Bei vielen sind die Reserven nach dem mehrfach wiederholten Lockdown restlos aufgebraucht.

"Wir lassen uns nicht tatenlos hinrichten"

"Wir möchten mit unserer Aktion Niemanden gesundheitlich gefährden. Deshalb rufen wir auch nicht zur Teilnahme an Demos auf und wir rufen auch nicht dazu auf, alle Läden einfach zu öffnen. Wir halten uns an Regeln und Vorschriften! Viele unter uns teilen bestimmt nicht die Meinung der Regierung, dennoch sind wir bereit die angeordneten Maßnahmen zu befolgen. Jedoch nicht zu jedem Preis. Wir lassen uns nicht tatenlos hinrichten", so die Initiatoren der Aktion für die feststeht: "Es ist einfach untragbar, dass wir keine angemessene Entschädigung erhalten! Die beste Lösung für uns alle wäre eine baldige Wiedereröffnung der Geschäfte. Wir können die Hygieneauflagen mindestens genauso gut wie ein Lebensmittelhandel erfüllen. Darüber kann man aber offensichtlich nicht mit unseren Politikern diskutieren, wohl aber über die Folgen und Entschädigungen."

Auch Christine Nestler vom Werbering Annaberg hofft: "Wir sehen das als Startschuss und denken, dass sich weitere Geschäfte dran beteiligen." Und eines ist Fakt: Mit dem drohenden Verlust des Einzelhandels gehen tausende Arbeitsplätze verloren und die Attraktivität des Kulturgutes "Innenstadt" steht für alle auf dem Spiel. Mehr Infos gibt's auf der Website www.freundschaftsdienst.eu