"Schloss-Wildeck-Biere" - Alte Tradition wird neu belebt

Brauerei Erstmals seit 46 Jahren gibt es wieder Zschopauer Bier - Qualität wurde auch in Bayern geschätzt

Zusammen mit Marktinhaber Peter Simmel (links) zapfte Oberbürgermeister Arne Sigmund (rechts) bereits im April das erste Zschopauer Premium Pils. Foto: Andreas Bauer

Zschopau. Dass am Donnerstag, den 24. August, ab 13 Uhr ein historisches Wein- und Bierdorf auf dem Zschopauer Altmarkt für die Gäste eröffnet wird, kommt nicht von ungefähr. Es geht nicht nur darum, mit etwas Alkohol die Stimmung zu verbessern.

Stattdessen gehen die Veranstalter an der Straßenmusikerbühne, wo bis zum Abschluss interessante Töne zu erwarten sind, auf die wohl älteste Tradition der Stadt ein. Bereits mit der ersten urkundlichen Erwähnung als Stadt im Jahr 1292 erhielt Zschopau das Braurecht.

Alle Bürger durften somit ihr eigenes Bier herstellen - und mehr als 130 Männer gingen dieser Leidenschaft auch nach. Neben Quantität war aber auch eine überaus vorzügliche Qualität zu verzeichnen, denn das Gebräu wurde auch in andere Regionen verkauft. Kurfürst August I. bestimmte das Zschopauer Bier zum Tafelbier des Hofes und schenkte es anderen Fürsten.

Nach 46 Jahren wieder "Schloss-Wildeck-Biere"

Bis nach Bayern herrschte ein guter Ruf. Laut einer Quelle aus dem Oberbayrischen Archiv war das Gebräu aus dem mittleren Erzgebirge sogar der Grund für den Bau des Münchener Hofbräuhauses. "Das meiste Geld für das Getränk ging zudem außer Landes, nämlich nach Sachsen, woher man ganze Ladungen von Zschopauer Bier bezog", steht dort geschrieben.

So fällte der Herzog die Entscheidung, ein eigenes Brauhaus zu errichten. Die Zschopauer konnten es verschmerzen und brauten bis 1971 ihr Bier weiter. Nach 46 Jahren Pause wurden die "Schloss-Wildeck-Biere" unter Mithilfe des Lebensmittelhändlers Peter Simmel neu belebt. Pünktlich zum Jubiläum gibt es "Pilsner" und "Ale" nun zu kaufen.

Die Bier-Tradition ist somit beim Jubiläum genauso gegenwärtig wie die des Münzen-Tradition. Die Numismatische Gesellschaft Zschopau hat zum 725. Geburtstag der Stadt eine Münze entworfen, auf der der Spruch "Zschap mei Geeß" zu lesen ist. Während die Silbermedaillen in limitierter Auflage erschienen, werden die Zinn-Exemplare am 26. und 27. August auf Nachfrage in der Werkstatt von Schloss Wildeck geprägt.