Schneeberger Tafeltag weist auf Probleme hin

Bedürftigkeit Immer mehr ältere Menschen nehmen Hilfe in Anspruch

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Matthias Preiß stand beim Tafeltag in Schneeberg an der Gulaschkanone. Foto: R. Wendland

Schneeberg. Auch Männer können kochen: Matthias Preiß, der Vorsitzende des Mittelstands- und Marketingvereins Schneeberg hat die Schürze umgebunden und steht an der Gulaschkanone. Das natürlich nicht jeden Tag, aber einmal im Jahr, zum Tafeltag in Schneeberg, lässt es sich der 56-Jährige nicht nehmen, die Kelle zu schwingen.

Preiß ist von Beginn an mit dabei: "Wenn man einmal ja sagt, dann ist das so eine Sache, aber es macht ja auch Spaß, an der Gulaschkanone zu stehen. Ich denke, der Tafeltag bringt etwas für die Schneeberger, also warum soll man das Ganze nicht unterstützen?" Schon einen Tag zuvor war Preiß in die Schneeberger Tafel gefahren, um zu kochen.

Das ist der Sinn der Aktion

Der Tafeltag hat sich über die Jahre entwickelt. Heute ist es ein interkultureller Tafeltag. Insgesamt ist es die achte Auflage dieser Aktion. "Der Hintergrund: Der Tafeltag soll die Leute aufrütteln, dass es auch Menschen gibt, denen es nicht so gut geht. Die Tafel ist notwendig und wird gebraucht." Beim Tafeltag sind Besucher auf eine breite Palette von Angeboten rund um das Thema Essen und Trinken, Gemeinnützigkeit und Hilfe gestoßen. Der Marktplatz war gut gefüllt.

Martina Stutzig, die Leiterin der Schneeberger Tafel, sagt: "Die Bedürftigkeit ist groß. Wir haben rund 3000 Leute, die betreut werden." Bei einer Analyse der Kundenströme habe man festgestellt, dass die Zahl der Bedürftigen im Stadtkern gestiegen ist. "Das hat uns erstaunt, weil wir das so nicht vermutet haben", sagt Stutzig. Zur Tafel gehen Hartz-IV-Empfänger genauso wie Rentner mit Grundsicherung und Geringverdiener. Die Zahl der Rentner sei steigend. Das habe sich verschoben.