Schnelles Handeln ist wichtig

Rettungskette Feuerwehr Bockau verfügt über First Responder Dienst

Passiert ein Unfall, ist schnelles Handeln gefordert: gerade in der ländlichen Region des Erzgebirges ist man gegenüber von Großstädten benachteiligt, was die Geschwindigkeit der Rettung angeht - man hat mit engen Straßen, langen Anfahrtswegen ins Krankenhaus und im Winter mit Eis und Schnee zu kämpfen. Dabei zählt in Erstfällen jede Minute und die Rettungskette muss funktionieren.

Paul Förtsch ist im Berufsleben Rettungsassistent und in seiner Freizeit stellvertretender Zugführer bei der Freiwilligen Feuerwehr Bockau. Die hat einen sogenannten First Responder Dienst, wo speziell ausgebildete Ersthelfer zum Einsatz kommen. "So schaffen wir die Verbindung zwischen Rettungsdienst und Feuerwehr", erklärt Förtsch: "Oft ist es so, dass wir die ersten fünf bis zehn Minuten am Unfallort auf uns allein gestellt sind. Da ist unheimlich wichtig zu wissen, wie man sich verhalten muss, auch von der medizinischen Seite. Von daher ist es für uns wichtig, auch Veranstaltungen und Weiterbildungen, wie die vom Trauma-Netzwerk Westsachsen zu besuchen."

Allein am Helios Klinikum Aue, eine von insgesamt 29 Kliniken im Trauma-Netzwerk, zählt man pro Jahr zwischen 50 und 100 Schwerstverletzte, die behandelt werden müssen. "Es geht nicht um Patienten, die sich den Daumen gebrochen haben, sondern um solche Fälle, wo Menschen schwerstverletzt sind und ums Überleben kämpfen. Diese Patienten brauchen den Einsatz des gesamten Krankenhauses", erklärt Ehrhardt Weiß, geschäftsführender Chefarzt des Zentrum für integrative Traumatologie und Orthopädie. Der Ärztliche Direktor Matthias Fischer sagt: "Es ist ein wichtiger Aspekt, dass sich alle Kliniken mit Kapazitäten und Ressourcen einbringen, um für Patienten eine möglichst zeitnahe Versorgung sicherzustellen."