Schnitzer kümmert sich um marode Ortswegweiser

Restauration Gerhard Rockstroh hat ein Herz für den Heimatort

Sehma. "Ich konnte das verschlissene Zeug einfach nicht mehr ertragen", sagte Gerhard Rockstroh. Der Sehmaer ist Schnitzer und ein Dorn im Auge waren ihm einige der Wegweiser in seiner kleinen Gemeinde, die bereits sichtlich in die Jahre gekommen waren, die ältesten unter ihnen sind bereits ein halbes Jahrhundert alt. "Der ehemalige Vorsitzende unserer Schnitzgruppe, Hilmar Nestler, der das vorher gestaltete, ist mittlerweile verstorben. Und ich erklärte mich bereit, sein Werk fortzuführen", erinnert sich Gerhard Rockstroh, der seit fünf Jahren der örtlichen 4-köpfigen Schnitzgruppe angehört. Und obwohl der kunstsinnige Sehmaer das Schnitzen bereits in seiner Kindheit erlernte, hatte es nach seiner Schulzeit zunächst aufgegeben, um sich nach der Wiedervereinigung wieder auf die alte erzgebirgische Tradition zu besinnen.

"Mein erstes neu gestaltetes Motiv war das des "Joachimstaler Steiges", sagt der 67-Jährige. Eingeweiht wurde der neue Wegweiser zur feierlichen Eröffnung des umfänglich sanierten Teichareals im Vorjahr.

"Rund 30 Stunden braucht man schon, für die Schrift noch etwas länger", sagt Gerhard Rockstroh, der für die Schilder auf Lindenholz, für die Pfähle auf Lerche zurückgreift. "Die Kosten für das Material übernimmt die Gemeinde, während ich alles, was ich dafür benötige, besorge", so der Schnitzer, dessen enger Vertrauter, der 76-jährige Malermeister Frieder Schmiedel, ihm beim Bemalen unter die Arme greift. Zum Schluss dann die Lackschicht gegen Umwelteinflüsse. "Seit Sommer des letzten Jahres bis zum jetzigen Zeitpunkt habe ich vier Stück neu gemacht, vier weitere muss ich noch machen, dann wäre ich mit den alten, die derzeit noch stehen, durch. "Das nächste, das ich in Angriff nehmen werde, ist der Wegweiser zum Bärenstein." Doch derzeit heißt es Prioritäten zu setzen, denn der Schnitzer steckt bereits in den Vorbereitungen der Ortspyramide.