Schnitzer kehrt zurück zu den Wurzeln

Führungswechsel René Müller ist neuer Vorsitzender im Berg- und Schnitzverein Beierfeld

Grünhain-Beierfeld. 

Grünhain-Beierfeld. Zurück zu den Wurzeln könnte man im Berg- und Schnitzverein Beierfeld sagen. Denn seit ein paar Wochen trägt dort René Müller die Verantwortung als Vereinsvorsitzender. Sein Stellvertreter ist der 34-jährige Christian Salzer. Der heute 46-Jährige lernte einst in Beierfeld das Schnitzen. Doch vor ein paar Jahren hatte er die Nase voll - nicht vom Schnitzen, aber von der Vereinsarbeit, die in seinen Augen regelrecht stagnierte "Wir Jüngeren hatten den Eindruck, dass niemand auf uns hört und außerdem sind alle Künstler Zicken", sagt René Müller mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

Verein sollte auch junge Schnitzer ansprechen

Doch als jetzt Not am Mann war und sogar die Schließung des Vereins drohte, lenkte René Müller ein: "Ich kann doch nicht zulassen, dass dieser Verein mit dieser Tradition eingeht." Zudem beherbergt das Schnitzerheim am Fritz-Körner-Haus wahre Schätze. So stehen dort beispielsweise drei Weihnachtsberge, die mit allen Raffinessen ausgestattet sind. "Das galt es zu erhalten", so Müller. Natürlich knüpfte er an seine Wiederkehr ein paar Bedingungen. Lockerer sollten die regelmäßigen Vereinstreffen einmal in der Woche gesehen werden. Schließlich haben junge Leute andere Verpflichtungen, arbeiten vielleicht sogar in Schichten. Deshalb war es Müller wichtig, dass die starren Regeln aufgeweicht werden. Statt einer Teilnahmeliste hängt ein Getränkezettel an der Pinnwand im Vereinsheim.

Und weil es sich sehr schnell herumgesprochen hat, dass bei den Beierfelder Holzkünstlern ein frischer Wind weht, wurden jüngere Schnitzer neugierig. Mittlerweile ist die Zahl der Mitglieder von sieben auf 16 gestiegen.

Der langjährige Vorsitzende Wolfgang Riedel freut sich über die Entwicklung und ist erleichtert: "Ich bin mittlerweile 79. Da muss man schon mal kürzer treten." Seit 61 Jahren gehört Riedel zum Verein und ist damit in die Fußstapfen seines Vaters Kurt getreten, der zu den Gründungsmitgliedern gehörte. Von 2003 bis zum Sommer dieses Jahres war er zudem Vereinschef.