Schüler besuchen Konzentrationslager Auschwitz

Bildung Geschichtslehrer taucht mit Schülern in die Vergangenheit ein

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Die Fachoberschüler des IAJ und ihre Betreuer bei der Kranzniederlegung. Foto: IAJ

Annaberg-Buchholz. Junge Leute die Geschichte hautnah erleben zu lassen - und manchmal auch so, dass es weh tut - das ist das Fachgebiet von Wolfgang Langer. Er ist Geschichtslehrer aus Leidenschaft und lebt dies in der Annaberger IAJ Institut für Ausbildung Jugendlicher gGmbH voll aus.

KZ-Überlebender im Gespräch mit Schülern

Seine Schüler mögen es, wenn er seinen Unterricht mit Erzählungen und Erlebten lebendig vermittelt. Das "Selbsterleben" hat im IAJ einen besonderen Stellenwert. Auch deshalb war der Zeitzeuge Justin Sonder aus Chemnitz, einer der ganz wenigen der die Hölle von Auschwitz überlebt hat, im IAJ zu Besuch. "Viele unserer Schüler haben sich danach sein Buch gekauft und sich mit der Geschichte befasst", weiß Wolfgang Langer und verrät:

Langer will zum Nachdenken anregen

"Alljährlich fahre ich mit Schülern und anderen aus den 12. Klassen der Fachoberschule, der Berufsfachschule und Fachschule für Sozialwesen nach Krakau und Auschwitz. In der Geschichtsschreibung wird vieles verklärt und oft werden wir mit Halbwahrheiten konfrontiert. Ich sehe meine Aufgabe darin, diese Disbalance auszugleichen und die jungen Leute durch eigene Erfahrungen zum Nachdenken anzuregen."

Erinnerungskultur ist wichtig

Vor gut 14 Tagen war es wieder soweit. Diesmal ging es mit 71 Schülern und sechs Betreuern nach Krakau. Auch Kai Herrmann war mit dabei. Der Fachoberschüler erinnert sich: "Wir haben Krakau als wunderbare Stadt erlebt. Doch das Wichtigste für uns war das Konzentrationslager Auschwitz. Es hat sehr zum Nachdenken angeregt und wir haben uns gefragt: Wie konnte so etwas überhaupt geschehen?" Fachoberschülerin Luisa Müller betont: "Derartige Einblicke sind prägende Momente für die Zukunft." Wie wichtig die Erinnerungskultur ist, das weiß auch IAJ-Schulleiterin Franziska Stange: "Ich finde diese Fahrten sehr wertvoll. So etwas sollte es an mehr Schulen geben, denn Erinnern zu lernen und eine glaubwürdige Kultur der Erinnerung zu gestalten, ist eine der zentralen Herausforderungen unserer Zeit. Ich freue mich, dass sich so viele unserer Schüler dafür interessieren."