"Schülerstation" am Helios Klinikum Aue

Ausbildung Schüler haben das Zepter in die Hand genommen

Aue. 

Aue. Für Auszubildende des dritten Lehrjahres gibt es am Helios-Klinikum in Aue immer eine besondere Praxisaufgabe - so übernehmen die angehenden Gesundheits- und Krankenpfleger das Zepter auf einer Station. Diesmal waren es 18 Auszubildende, die insgesamt drei Wochen lang im Pflegebereich der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie tätig geworden sind. Annika Schmiedel gehört seit 2013 zum Schwesternteam und ist seit 2015 Praxisanleiterin. Die 25-jährige aus Bockau erklärt: "Hintergrund ist, dass die Schüler fit werden für den Arbeitsalltag. Es geht darum, das selbständige Arbeiten und das Organisieren zu lernen."

Schülerstation - Die Realität üben

Die jungen Leute sind in der ersten Woche intensiv betreut und vorbereitet worden und dann haben sie selbstständig und in Teamarbeit alle Aufgaben des Pflegebereiches übernommen und sich in Eigenverantwortung um die Patienten gekümmert. Immer angeleitet und überwacht von examinierten Pflegekräften. Annika Schmiedel hat selbst am Klinikum gelernt und als Auszubildende die Schülerstation durchlaufen: "Aus der Erfahrung kann ich sagen, dass die Schülerstation eine sehr nützliche Sache ist, weil man sich erproben kann." Susann Spitzer ist Auszubildende im dritten Lehrjahr. "Wir haben viel gelernt, haben den Alltag miterlebt und konnten uns selbst organisieren", erzählt die 23-jährige Zwönitzerin und ergänzt: "Was man für sich mitnimmt ist, dass Teamfähigkeit besonders wichtig ist in dem Beruf."

Die Schülerstation ist auch eine praxisnahe Vorbereitung auf die Prüfungen, die in diesem Jahr anstehen. Annika Schmiedel gibt zu: "Das ganze Thema Anatomie ist besonders schwierig. Da muss man sich gut vorbereiten." Das Projekt "Schülerstation" gibt es seit 2008 am Helios Klinikum also seit zehn Jahren. Das Ganze ist ein fester Bestandteil des Lehrplans. Wie Praxisanleiterin Kerstin Geng erklärt, bleibe das ganze Thema Fachkräftemangel im Pflegebereich akut. Woran es liegt? "Es ist erwiesen, dass junge Leute 20 Jahre in einem Beruf bleiben und sich dann eine andere Herausforderung suchen", sagt die 53-jährige, die selbst seit 1985 im Beruf ist und ihn mit Herz und Seele ausfüllt und ihr Wissen weitergibt