Schule ist Teil der Therapie

Ausbildung Mit dem IGB trotz Drogensucht zum Schulabschluss

Großrückerswalde. 

Großrückerswalde. Tausende Schülerinnen und Schüler haben am Freitag im Erzgebirge ihre Zeugnisse bekommen. Unter ihnen waren auch 15 junge Leute vom Institut für Bildung und Gesundheit (IGB). "Der Unterricht ist hier ein untrennbarer Teil der Therapie", weiß Dr. Sandra Kersten.

 

Wer es will kann es schaffen

 

Die Ehrenfriedersdorferin leitet seit zwei Jahren die Schule im IGB. "Der Tag ist sehr strukturiert. Unsere Klienten gehen nicht nur in die Schule. Sie müssen in erster Linie verschiedene Therapiephasen absolvieren und anderen Verpflichtungen nachkommen", erklärte sie. Als Ausgleich hält das IGB ein breites Freizeitangebot bereit. Hinzu komme, dass es weder einen Schuljahresbeginn noch ein Schuljahresende und schon gar keine Ferien gäbe. "Die Klienten kommen zu uns, wenn die bürokratischen Rahmenbedingungen dafür erfüllt sind", bringt das Sandra Kersten auf den Punkt.

 

Daraus ergibt sich die Herausforderung, denn die Prüfungen werden an ganz normalen Schulen abgelegt. Das IGB verlässt sich dabei auf die Oberschulen in Marienberg und Olbernhau. Allerdings finden diese Schulfremdenprüfungen in Sachsen nur einmal im Jahr statt. Das bedeutet, ein Teil der Klienten nimmt zwar das schulische Rüstzeug aus Großrückerswalde mit, muss sich aber um die Prüfung selber kümmern. Schließlich sind sie in der Regel nur sechs Monate hier.