Schuttberge sind verseucht

Umwelt Gelände der alten Papierfabrik in Wilischthal bleibt weiter ein Sorgenkind

Die Schuttberge auf dem Areal der ehemaligen Papierfabrik im Amtsberger Ortsteil Wilischthal sind eine der größten Industriebrachen im mittleren Erzgebirge. Auf rund 13.000 Quadratmetern türmen sich die Reste der Fabrik und Überbleibsel von Gebäuden.

Und das wird aller Voraussicht nach auch noch eine ganze Weile so bleiben. Denn der Amtsberger Gemeinderat entschied sich jetzt dagegen, das Gelände zu kaufen und zu beräumen. Eine Untersuchung eines Chemnitzer Büros hatte gezeigt, dass von den Trümmerbergen Gefahr ausgehen kann. Sie sind mit Arsen und PAK (Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe) dermaßen belastet, dass 20 bis 25 Prozent des Materials auf einer Deponie entsorgt werden müsste. Insgesamt befindet sich auf dem Gelände 50.000 bis 60.000 Tonnen, die zu bewegen seien. Um das Grundstück zu beräumen und zu befestigen, müssten mindestens 1 bis 1,3 Millionen Euro in die Hand genommen werden. Zwar kann die Gemeinde dafür ein Fördermittelprogramm anzapfen, aber der Eigenanteil, den die Kommune zahlen muss, betrage 150.000 bis 200.000 Euro. Das ist zuviel für die hoch verschuldete Gemeinde, die zudem viele andere Aufgaben, wie beispielsweise den Straßenbau zu bewältigen hat. Zumal die 200.000 Euro noch nicht das Ende sein müssen, so Bürgermeister Sylvio Krause (CDU).

Ende 2014 bot der Besitzer das Areal der Gemeinde zum Kauf an. Er hatte es bei einer Versteigerung im Frühjahr 2014 erworben. Der frühere Eigentümer wollte die alte Fabrik Mitte der 2000er-Jahre abreißen lassen, doch die Arbeiten gerieten ins Stocken. Seitdem ist nicht mehr viel passiert. Doch so ganz aufgeben will der Bürgermeister noch nicht. In Gesprächen mit Behörden will er ausloten, ob der Eigenanteil der Gemeinde reduziert werden kann.