Schwibbogen zeigt Geyer im Wandel der Zeit

Leute Matthias Dietzsch hat einen Schwibbogen zur Stadtrechtsfeier kreiert

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Matthias Dietzsch und Tochter Theresa haben neben dem Schwibbogen auch einen kreativen Martin Luther für das Lutherjahr 2017 erschaffen. Foto: Ilka Ruck

Geyer. "Ein guter Künstler muss auch ein guter Handwerker sein", so steht es in der Werkstatt von Matthias Dietzsch geschrieben und genau so lebt der Holzbildhauer aus Geyer seine Kunst. In der urigen Schnitzwerkstatt türmen sich Engel, Bergmänner, Pyramiden und sonstige Figuren. Überall sind Späne verstreut und der Geruch von Holz steigt in die Nase. Doch Matthias Dietzsch ist mehr als nur ein begnadeter Handwerker: Er ist vor allem sehr heimatverbunden und liebt seine Stadt. Seit Monaten schon bereitet er sich mit Tochter Theresa, ebenfalls eine Holzbildhauerin und seinem Team auf das große Fest in Geyer vor. Denn vom 12. bis 20. August 2017 heißt es in der Bingestadt: "Geyer feiert" und das im Dreierpack: 550 Jahre Stadtrecht, 430 Jahre Schützengilde und 50 Jahre Bergbrüderschaft. Eigens zum Stadtrecht hat Matthias Dietzsch eine Schwibbogen kreiert und erklärt dazu: "Unser original Schwibbogen 'Stadt Geyer' präsentiert die Geschichte der Stadt. Im unteren Teil zeigen arbeitende Bergleute die Wurzeln unserer Heimatstadt. Aber auch unser Wahrzeichen die Binge sowie weitere Gebäude und natürlich die drei Türme, der Lotterhof, die Postmeilensäule und eine Dampflok sind zu sehen. Zugleich zeigt der Bogen das alte und neue Stadtwappen." Schon immer hat sich der Holzbildhauer die Erforschung der Geschichte und speziell des Handwerks seiner Stadt auf die Fahne geschrieben. So findet sich der kunstvolle Kordelknoten, auch als "Zweifelschloß" bezeichnet, in der Mitte des Schwibbogens. "Dieser Knoten ist ein Symbol für den vielleicht interessantesten Wirtschaftszweig von Geyer, das Posamentiergewerbe. Dieses Handwerk prägte entscheidend die Lebensart der Einwohner mindestens 150 Jahre lang", betont der Meister, der sich eigens einen alten Posamentierwebstuhl besorgt hat, um dieses starke Gewerk noch besser herauszustellen.