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Segelflieger aus fünf Nationen starten in Großrückerswalde

event Bei E2Glide-Woche kommen Flugzeuge mit kleinen Elektromotoren zum Einsatz

Großrückerswalde. 

Großrückerswalde. Sportler und Hersteller aus mehreren Ländern werden ab Freitag in Großrückerswalde erwartet. Auf dem dortigen Flugplatz richtet der Fliegerclub Großrückerswalde die sogenannte E2Glide-Woche aus, bei der Segelflieger mit einer besonderen Ausstattung zum Einsatz kommen. Unterstützt werden sie von kleinen Elektromotoren, die auch in Bereichen mit schlechter Thermik das Halten der Höhe ermöglichen. "Bleibt die aufsteigende warme Luftmasse aus, weil zum Beispiel zu viele Wolken am Himmel die Sonneneinstrahlung behindern, so muss das reine Segelflugzeug auf einem Feld oder einem anderen Flugplatz landen oder kommt nicht ans Ziel", erklärt Markus Uhlig vom gastgebenden Fliegerclub. Segelflugzeuge, die über Akkus und einen kleinen Propeller verfügen, können solche kleinen Krisen jedoch bewältigen.

Wie eine Etappenfahrt im Radsport

"Mit dem Schritt in Richtung der elektrischen Antriebe innerhalb der Luftfahrt nimmt der Segelflug damit erneut eine bedeutsame Pionierrolle in der Aviatik ein", findet Uhlig, der den zusätzlichen Antrieb als kleine Revolution bezeichnet. Zu erleben ist diese vom 28. August bis zum 5. September in Großrückerswalde, wo sich 16 Flieger aus fünf Nationen einem außergewöhnlichen Wettbewerb stellen. "Es ist ähnlich wie bei einer Etappenfahrt im Radsport. Die Teilnehmer haben jeden Tag eine bestimme Strecke zurückzulegen, wobei die Zeit gemessen wird. Am Ende hat derjenige gewonnen, der in der Summe am schnellsten war", erklärt Markus Uhlig. Als sportlicher Leiter des Wettkampfes wird er sich jeden Morgen die Wetterprognose anschauen, um dann zu entscheiden, in welche Richtung er die Teilnehmer schickt. Je nachdem, wo die beste Thermik herrscht, legt er drei bis sechs Wendepunkte fest. Die Teilnehmer, die stets kurz nach Mittag in die Luft gezogen werden und dann gemeinsam starten, müssen die Punkte erreichen und schnellstmöglich zurückkehren.

Auch eine Bühne für Hersteller

Laut Uhlig werden die Tagestouren zwischen 100 und 250 Kilometer lang sein und anderthalb bis drei Stunden Flugzeit erfordern. Bei Regen oder arg bewölktem Himmel könnte es auch passieren, dass die Flieger an einzelnen Tagen am Boden bleiben müssen. "Aber unser Ziel ist, jeden Tag zu fliegen", betont Uhlig. Schließlich will er den Teilnehmern aus Deutschland, Großbritannien, Italien, Slowenien und Australien einen tollen Wettkampf bieten. Und dann sind da ja noch die Firmen, die sich vor Ort präsentieren wollen. "Mittlerweile hat das Event sogar derartige Resonanz erfahren, das sich alle europäischen Segelflugzeughersteller entweder am Wettbewerb beteiligen oder mit einem Vorführflugzeug zur Schaustellung angemeldet haben", sagt der 24-Jährige stolz. Normalerweise ist er als Mitglied der Nationalmannschaft selbst mit am Start. Doch diesmal konzentriert sich Uhlig zusammen mit den anderen Vereinsmitgliedern voll und ganz auf die Organisation, um den Elektrosegelflug zu mehr Bekanntheit zu verhelfen.