Seiffen bekommt Besuch aus Japan

Kultur Drechselhandwerk wird nach Japan exportiert

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Yukiko Okabe (re.) schlägt mit Christian Werners (mitte) Hilfe Esel aus dem Reifen. Ihr Mann Yasuhiro Okabe (li.) schaut ihr dabei zu. Foto: Jan Görner

Seiffen. Christian und Andreas Werner sind bereit für Japan. Im Meguro-Ku-Museum wollen sie im Juli schaudrechseln. Die selbst gebaute Drechselbank ist rechtzeitig fertig geworden und samt Werkzeug, Holz und Zubehör verpackt auf die Reise gegangen

Am Donnerstag hatten die Werners Besuch aus Tokio. Yukiko Okabe und ihr Mann Yasuhiro haben Christian Werner interviewt und ihm fasziniert beim Reifendrechseln zugeschaut. Die Japanerin ist Ethnologin und bereitet eine Reportage vor, die das Schaudrechseln der Erzgebirger ankündigen soll.

Nichts neues für die Japanerin

Für sie ist das Erzgebirge nichts Neues. Yukiko Okabe hat in ihrer Heimat schon mehrfach Vorträge über diese Region gehalten. Ihren ersten Kontakt mit erzgebirgischem Kunsthandwerk hatten die Eheleute bereits 1980 in Salzburg. Dort sahen sie ein Reiterlein und kauften es ganz spontan. Allerdings wussten sie nichts über dessen Herkunft.

Wie 2004 alles begann

Erst 2004 reisten sie ins Erzgebirge und entdeckten hier ihr Reiterlein wieder. Seit dem entwickele sie eine tiefe Liebe zur Region und dem hier typischen Handwerk. "Bei uns wird auch gedrechselt. Das Reifendrehen ist in Japan aber völlig unbekannt", sagte Yukiko Okabe während ihres Besuches in Seiffen.

Dass die Werners ihr Handwerk in Tokio präsentieren wollen, freut sie sehr. Die beiden Erzgebirger sind schon sehr aufgeregt. "Das wird bestimmt eine tolle Sache", ist sich Christian Werner sicher. Sein Unternehmen arbeitet seit vielen Jahren mit einem japanischen Großhändler zusammen. Ihre Reise in den Fernen Osten treten sie nicht zuletzt auch als Botschafter des Erzgebirges an, um für ihre Heimatregion zu werben.