Seit 15 Jahren vom Rhythmus besessen

Jubiläum Schneeberger Tanzprojekt feiert 15-jähriges Bestehen

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Katja Reichert leitet seit 15 Jahren die künstlerischen Geschicke des Tanzprojektes "Keen on Rhythm". Foto: Katja Lippmann-Wagner

Schneeberg. Keen on Rhythm, Besessen vom Rhythmus - unter diesem Namen feiert das Schneeberger Tanzprojekt seit 15 Jahren Erfolge. Besessen vom Rhythmus, dieser Name ist Programm.

Dabei verbirgt sich hinter der englischen Begrifflichkeit noch eine ganz andere Geschichte: Katja Reichert, die bei der Gründung des Tanzprojektes noch Reither hieß, lächelt: "Ich wollte etwas mit meinen Initialen haben. Also K wie Katja und R wie Reither und habe einfach überlegt, was passt." Keen on Rhythm passte. Da Katja Reichert nach eigener Aussage sprachverrückt ist, hatten die ersten Shows französische Titel.

Während sich die heute 37-Jährige von Beginn an um sämtliche künstlerischen Belange des Tanzprojektes kümmerte, war Peter Stimpel von Anfang an der bürokratische Kopf hinter dem ehrgeizigen Vorhaben, eine eigene Tanzschule zu gründen. Bis heute ist Stimpel der Vorstandsvorsitzende des Vereins.

Gestartet ist der Verein vor 15 Jahren mit 25 Kindern. Heute tanzen 90 Mitglieder sprichwörtlich nach Katja Reicherts Pfeife. "Ich bin schon ein sehr dominanter Mensch", sagt die heute 37-Jährige, die nicht nur kritisch anderen gegenüber ist, sondern auch sich persönlich immer wieder auf den Prüfstand stellt. Daher hat sie nach den Anfangsmonaten auch sehr schnell, die eigenen Showballettschuhe an den berühmten Nagel gehängt. Erstens habe man als Tänzerin eine Art Verfallsdatum und zweitens könne man sich nicht aufs Tanzen konzentrieren und im Hintergrund die Fäden zusammenhalten.

Reichert, die mittlerweile verheiratet ist und ein zweijähriges Töchterchen hat, entschied sich die Frau hinter der Bühne zu sein. "Das lastet mich voll und ganz aus." Ihre große Stärke ist ihre Kreativität. Weil es aber ungesund ist, immer im eigenen Saft zu schmoren, holte sie sich von Anfang an, Fachleute ins Boot. Erster Choreograf, der für Keen on Rhythm gearbeitet hat, war Maik Damboldt vom damaligen MDR-Fernsehballett. Wenn Reichert in die Tanzschule und in den Bekanntenkreis schaut, stellt sie immer wieder fest, dass viel zu viele junge Leute das Erzgebirge verlassen. "Unser aller Ziel muss es sein, die jungen Leute langfristig hierzubehalten."

Sie selbst habe für die Chance, die sich mit dem Tanzprojekt vor 15 Jahre bot, ein lukratives Jobangebot aus Berlin abgelehnt. Für die große Las-Vegas-Show am 4. Februar 19.30 Uhr im Kulturhaus Aue, mit der das 15-jährige Bestehen gefeiert werden soll, gibt es nur noch wenige Restkarten.