Seit über 40 Jahren für die Bergbautradition: Ray Lätzsch als Ehrenamtler des Monats ausgezeichnet

Vom Ehrenamt des Monats zum ERZgeBÜRGER?

Erzgebirge

Seit mehr als 40 Jahren setzt sich Ray Lätzsch für die Pflege und den Erhalt der berg- und hüttenmännischen Traditionen in Sachsen ein. Für dieses außergewöhnliche Engagement wurde der Schneeberger nun als „Ehrenamt des Monats Mai 2026“ ausgezeichnet.

Als Vorsitzender der Bergbrüderschaft „Schneeberger Bergparade“ sowie des Sächsischen Landesverbandes der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine prägt der 56-Jährige seit Jahren die Entwicklung der Bergbautradition im Freistaat maßgeblich mit.

Wegbereiter für Sachsens Bergparaden

Wer heute an die großen Bergparaden im Erzgebirge denkt, sieht festliche Uniformen, traditionsreiche Bergaufzüge und Tausende Besucher am Straßenrand. Hinter diesen Veranstaltungen steckt jedoch ein enormer organisatorischer Aufwand.

Lätzsch engagiert sich seit Jahrzehnten dafür, die Strukturen der Vereine zu stärken, Nachwuchs zu fördern und die Zusammenarbeit mit Partnern aus Politik, Wirtschaft und Kultur auszubauen. Unter seiner Mitwirkung wurden die Sächsischen Bergparaden und Bergaufzüge sowie später auch das Steigerlied als Immaterielles Kulturerbe der UNESCO in Deutschland anerkannt.

In den vergangenen acht Jahren gewann der Landesverband zudem 14 neue Mitgliedsvereine hinzu. Die Zahl der Mitglieder stieg auf mehr als 4.300.

Mit 14 Jahren zur Bergbrüderschaft

Die Verbindung zur Bergbautradition reicht bei Ray Lätzsch bis in die Kindheit zurück.

„Die erzgebirgischen Traditionen wurden in unserer Familie schon immer gepflegt und gelebt. Mein Opa war bei der WISMUT. Ich bin mit dem Bewusstsein für Brauchtum aufgewachsen und der Bergbau hat mich von Kindesbeinen an fasziniert“, erzählt er. Mit gerade einmal 14 Jahren trat er der Bergbrüderschaft Schneeberg bei.

Dass er später eine führende Rolle auf Landesebene übernehmen würde, sei ursprünglich nicht geplant gewesen. „Dieser Weg war so nicht geplant – er hat sich mit der Zeit ergeben“, sagt Lätzsch. Seit 1998 steht er an der Spitze der Schneeberger Bergbrüderschaft, seit 2018 führt er den Landesverband als Vorsitzender.

Sorge um den Ehrenamtsnachwuchs

Neben allen Erfolgen sieht der Ehrenamtliche auch Herausforderungen. Vor allem zunehmende bürokratische Anforderungen bereiten ihm Sorgen.

„Der Aufwand steigt weiter und es wird damit immer schwieriger, junge Menschen dafür zu begeistern, Verantwortung zu übernehmen. Aber es braucht Menschen, die auch bereit sind, steinige Wege zu gehen“, betont Lätzsch.

Besonders wichtig sei die Nachwuchsarbeit. Angesichts des demografischen Wandels werde sie zunehmend zur Schlüsselfrage für die Zukunft der Vereine.

Lob von Landrat Rico Anton

Auch Erzgebirgs-Landrat Rico Anton würdigte die Verdienste des Schneebergers.

„Ray Lätzsch hat als Vorsitzender der Schneeberger Bergbrüderschaft die tägliche Arbeit an der Vereinsbasis nie aus den Augen verloren“, sagte Anton. Seine Authentizität, sein Idealismus und seine unermüdliche Einsatzbereitschaft seien entscheidende Gründe für den Erfolg seines langjährigen Wirkens.

„Die Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří und die Bergbautradition in ganz Sachsen haben ihm eine Menge zu verdanken“, so der Landrat.

Auszeichnung für jahrzehntelangen Einsatz

Für sein langjähriges Wirken erhielt Ray Lätzsch die Auszeichnung „Ehrenamt des Monats Mai 2026“ der Fachstelle Ehrenamt des Erzgebirgskreises. Neben einer Urkunde bekam er die erzgebirgische Holzfigur „HelD“ sowie eine Einladung zum Regionalpreis ERZgeBÜRGER.

Für Lätzsch selbst steht jedoch weiterhin die Gemeinschaft im Mittelpunkt: „Die Auszeichnung mit dem Ehrenamt des Monats gebührt allen Bergbrüdern und -schwestern, weil wir nur als Gemeinschaft leistungsfähig sind.“

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