Seit zehn Jahren der Pfarrer von Seiffen

Kirche Michael Harzer bleibt vorerst hier

Michael Harzer ist seit zehn Jahren Pfarrer in Seiffen. "Das war für mich und meine Familie eine sehr bewegte und schöne Zeit. Auch deshalb möchte ich sehr gerne hier bleiben", sagte der 47-Jährige. Der Kirchenvorstand hatte ihn darum ersucht. Seiffen ist nach Pobershau und Flöha Michael Harzers dritte Pfarrstelle.

Schon als Kind hat er beide Eltern verloren. Die Freundin seiner Mutter hatte ihn damals aufgenommen. "Diese Zeit hat mich in puncto Berufswahl sehr geprägt", berichtet er. So einfach Pfarrer werden durfte er jedoch nicht. In der DDR blieb ihm der Weg zum Abitur verwehrt. Deshalb wurde er nach der Schule zuerst Handelskaufmann. Erst 1989 legte er die für Theologen eingerichtete Sonderreifeprüfung ab und studierte anschließend in Leipzig. Michael Harzer ist nicht der erste aus seiner Familie, der im Pfarrhaus zu Hause ist. "Schon vor 300 Jahren wohnte hier einer meiner Lorenz-Vorfahren", erzählt der Pfarrer. Der Tradition fühlt sich der Erzgebirger sehr verpflichtet. Er zählt auch zu den Kirchenführern, die vor allem in der Weihnachtszeit Zigtausende Gäste durch die Bergkirche führen. Außerdem gibt er regelmäßig Konzerte.

Gegebenenfalls äußert er sich auch zu politischen Entscheidungen, wenn sie die Kirche und deren Menschen tangieren. "Das bin ich meinem Gewissen schuldig", betont der Geistliche. Damit stößt er auch auf Gegenwind und Ablehnung. "Das kann ich verstehen, und ich muss damit leben", so der Pfarrer.