Sie wollen wissen, was Krieg anrichten kann

Bildung Jugendliche erforschen ehemaliges Kriegsgebiet in Serbien

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Jesse Scheinpflug aus Beutha (l.) und Ronny Haas aus Thalheim (r.) gehen im April auf Geschichtsspurensuche in Serbien. Foto: Georg Dostmann

Thalheim. Eine Reise ist gerade für Kinder und Jugendliche etwas ganz Besonderes. Im Rahmen des Projekts "Glauben, Wissen, Handeln" von der Kindervereinigung Chemnitz werden 15 Jugendliche, davon fünf aus dem Altlandkreis Stollberg, sowie fünf Betreuer vom 16. bis zum 23. April 2017 nach Serbien fliegen - allerdings nicht zur Erholung!

Bei der Reise begeben sich die Jugendlichen auf die Spurensuche von Diskriminierung. "Wir werden uns in den Städten Leskovac und Belgrad die Zerstörungen der Balkankriege ansehen. Außerdem werden die Jugendlichen die Freundschaft zu den 15 Serben pflegen, die Ende Juli vergangenen Jahres bereits bei uns waren, und deren Familien kennen lernen", erklärt Dietmar Franze, Leiter des Bildungs- und Freizeitzentrums Tabakstanne Thalheim und einer der fünf Betreuer. Die Anreise erfolgt mit einer Billigairline ab dem Flughafen Berlin-Schönefeld. Neben der geschichtlichen Spurensuche wird auch Zeit zum Sightseeing bleiben.

Die Jugendlichen im Alter zwischen 14 bis 17 Jahren werden während der Reise eine Dokumentation über ihre Erlebnisse produzieren, die dann in deutschen und in serbischen Schulen gezeigt und auf Youtube hochgeladen werden soll. Das Projekt ist durch geschäftliche Kontakte zu Goran Ratic, dem Schulleiter eines Gymnasiums in Leskovac, zustande gekommen.

Es wird mit 2250 Euro von der Aktion Kulturallianzen sowie von der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung, Zukunft", unterstützt. Der Eigenanteil pro Teilnehmer beträgt lediglich 50 Euro.