Sieg, Fahnen und Wehmut

Fußball FC Erzgebirge Aue vergoldet letztes Spiel im "Old Otto"

Time to say goodbye ist am Sonntagnachmittag aus den Lautsprechern des alten Sparkassen-Erzgebirgsstadions zu hören. Danach tönt Katja Ebsteins "Abschied ist ein bisschen wie sterben" durch das Areal. Dazu tanzen die Kicker des FC Erzgebirge Aue ausgelassen in der alten Fankurve und schwenken genauso wie die "harten" Fans ausgelassen lila-weiße Fahnen. Zuvor haben die Schützlinge von Trainer Pavel Dotchev ein Klasse Spiel gezeigt und die Abschiedsbegegnung im alten Stadion 2:0 gegen Fortuna Köln gewonnen. Uwe Koschinat, der Cheftrainer der Kölner, sagt in der anschließenden Nachspiel-Pressekonferenz: "Am Ende wissen wir schon, als Fortuna Köln, was sich gehört. Wenn man dann tatsächlich das letzte Mal in diesem Stadion spielen darf und hier auch ein bisschen Wehmut ist… Da waren wir heute sehr, sehr nette Gäste. Wir haben ein Stück weit zu dieser Wehmut beigetragen, weil wir in Summe sehr verdient verloren haben. "

Es liegt also am vergangenen Sonntagnachmittag ein ganz besonderer Hauch über dem altehrwürdigen Stadion mit lilafarbener Tartanbahn und weiteren Leichtathletikanlagen, in dem kein Stein auf dem anderen bleiben soll. Bis 2017 soll das "Old Otto" zu einer modernen Fußballarena umgebaut werden.

Die Tartanbahn fällt weg, die Fans rücken noch näher ans Geschehen heran. Schon vor Anpfiff wurde "Old Otto" ein bemerkenswerter Abschied beschert. Auf den Rängen lagen Fahnen, die zur Begrüßung geschwenkt wurden. Während des Spiels gingen Laolawellen durchs Stadion und die Fans stimmten schon Minuten vor Abpfiff den Steiger an. FCE-Präsident Helge Leonhardt: "Es war ein würdiger Abschied. Die Mannschaft hat diesen Abschied vergoldet. Tolles Spiel! Sieg!" Gleichzeitig aber machte Leonhardt deutlich, dass er sich auf das freut, was nun kommt. Schließlich ist am 11. Dezember offizieller Baustart.