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Chemnitz

"Ski individuell": Langläufer gehen trotz Corona auf Kilometerjagd

Wintersport Alternativer Modus führt Teilnehmer drei Tage lang rund um ihren Heimatort

Sorgau. 

Sorgau. Wer zu Corona-Zeiten an Bewegungsmangel leidet, für den hat Jörg Lehmann die passende Alternative parat. "Jeder kann mitmachen", sagt der 38-jährige Sorgauer über den "Ski Individuell". Zugegebenermaßen stellt diese Veranstaltung üblicher Weise eine extreme Herausforderung dar. Schließlich legen die Teilnehmer auf Skiern oder zu Fuß meist zwischen 120 und 180 Kilometer zurück - einige davon sogar am Stück ohne Schlafpause. Doch aufgrund der aktuellen Pandemie wird der Wettbewerb diesmal in einer Form ausgetragen, der auch für Nicht-Extremsportler zu meistern wäre. Vom 29. bis 31. Januar, also Freitag bis Sonntag, wird der Lauf diesmal in Tagesetappen aufgeteilt. Es gibt auch keine vorgegebene Strecke. Stattdessen kann sich jeder Teilnehmer in seiner Umgebung eine Route wählen.

Alle Corona-Regeln beachtet

"Das Prinzip bleibt das gleiche", betont Lehmann: "Es ist kein Wettrennen im eigentlichen Sinne. Stattdessen soll jeder für sich selbst seine Grenzen ausloten." Schon vor 38 Jahren, als einige Wintersportler aus dem Raum Freiberg den "Ski Individuell" ins Leben riefen, sollte allein der Weg zum Ziel gefunden werden. Diese Corona-Regel wurde quasi schon damals eingehalten. Doch bei der diesjährigen Auflage kommen weitere Beschränkungen wie die Ausgangssperre und der Bewegungsradius dazu. All das wurde in dem abgewandelten Modus, an dem binnen drei Tagen dennoch 125 Kilometer erreicht werden können, beachtet. "Corona zum Trotz" lautet das diesjährige Motto.

Übernachtung diesmal daheim

"Jeder Teilnehmer startet an seinem Wohnort und läuft zwölf Kilometer in eine Richtung. Dann beginnt der Teilnehmer, in einem Kreis um seinen Wohnort zu laufen", erklärt Lehmann. Wer den kompletten Umfang zurücklegt, hat allein schon damit 75 Kilometer geschafft. Dazu kommen aber noch die jeweils zweimal zwölf Kilometer, die an allen drei Tagen hin zum Kreis gelaufen werden müssen und zurück. Auf die Uhr ist dabei auch zu achten, denn früh darf niemand vor 6 Uhr aufbrechen. Und abends sollte jeder wegen der Ausgangssperre 22 Uhr wieder daheim sein. Geschlafen wird also im gemütlichen Zuhause. Ein Luxus im Vergleich zum üblichen "Ski Individuell", denn da wird laut Lehmann auch mal mit Schlafsack mitten in der Natur, in Schutzhütten oder Buswartehäuschen übernachtet.

Spenden fließen in Kongo-Projekt

Schwierig wird es auch, wenn die Teilnehmer wegen Schneemangels ihre Skier schultern müssen. Aber diesmal dürfte die Landschaft weiß genug sein, sodass Jörg Lehmann trotz der Corona-Pandemie auf viele Teilnehmer hofft. Ein harter Stamm von um die 30 Startern sei immer dabei - teils sogar aus weiter entfernten Bundesländern. "Es kommen aber auch jedes Jahr neue Leute dazu", sagt der Sorgauer, der bis Montag (25. Januar) per E-Mail (joerg@teamll-groenland.de) noch Meldungen entgegennimmt. Eine Startgebühr ist diesmal nicht fällig. Dafür hofft der 38-Jährige auf Spenden für ein Schulprojekt, das er mit seiner Lebensgefährtin Christine Lickert in Ostafrika aufgebaut hat. "Der Kongo ist eins der ärmsten Länder er Welt. Dort hört alles auf - der Verkehr, die Zivilisation", sagt der Erzgebirger über die Region, in der mithilfe der Spenden Kinder mit Schulmaterial ausgestattet werden.



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