Skisprung-Elite auf dem Fichtelberg

Deutsche Meisterschaft Andreas Wellinger siegt in Oberwiesenthal vor Geiger und Seidl

Foto: Thomas Fritzsch

Oberwiesenthal. Andreas Wellinger (SC Ruhpolding) triumphiert in Oberwiesenthal bei der Deutschen Meisterschaft im Skispringen. Mit 105,5 im ersten und 106,5 Metern im zweiten Sprung und damit 0,5 Meter unter dem Schanzenrekord, den der Japaner Akito Watabe beim Sommer-Grand-Prix der Nordischen Kombination im August aufstellte, dominierte er im Einzelspringen am Mittwochabend vor zahlreichen Zuschauern.

Bei wechselhaften Bedingungen an der Fichtelbergschanze belegte Karl Geiger (SC Oberstdorf) Rang zwei und Fabian Seidl (SC Auerbach) den dritten Platz. Lokalmatador Richard Freitag (SG Nickelhütte Aue) wurde Siebter.

Auch die Junioren waren mit dabei

Bei den Junioren konnte Luca Roth vom SV Meßstetten mit 93,5 und 91,5 Metern gewinnen. Zweiter in seiner Klasse wurde Constantin Schmid (WSV Oberaudorf) vor dem Lokalmatador Cedric Weigel (SG Nickelhütte Aue). Beim Deutschlandpokal der Jugend hatte Lennart Weigel (SK Meinerzhagen) die Nase vorn. Seine Weiten betrugen 102 und 98 Meter.

Absage des Mannschaftsspringens

Wer Oberwiesenthal kennt, der weiß, dass das Wetter zum Teil unberechenbar und rau ist. Infolgedessen musste der Mannschaftswettbewerb der Deutschen Meisterschaft im Skispringen heute Morgen abgesagt werden. Grund waren wechselnde und unkalkulierbare Winde, die ein Springen unfair und gefährlich gemacht hätten. Der Deutsche Wetterdienst warnt immer noch vor Orkanböen mit bis zu 130 km/h am Fichtelberg.

Auch Bundestrainer Werner Schuster sieht die Entscheidung der Wettkampfleitung als richtig an: "Ich denke mir die Absage heute geht in Ordnung. Es ist noch böiger und dass man bei Orkanböen nicht Skispringen kann, ist glaube ich Ok und eine vernünftige und kluge Entscheidung. Von Fairness und Sicherheit wären wir weit weg gewesen."

Bundestrainer resümiert die Meisterschaft positiv

Dennoch kann der WSC Erzgebirge Oberwiesenthal als ausrichtender Verein positiv auf den gestrigen Wettkampf im Einzelspringen zurückblicken. Rund 1000 Zuschauer feuerten die Springer an und verhalfen zu Höchstleistungen.

Zur Leistung des Siegers Wellinger sagte Werner Schuster: "Wir hatten einen verdienten Sieger. Andi Wellinger ist sehr gut in Form. Ansonsten gibt es paar Leute, die noch etwas zu tun haben. Es wäre mir lieber, wenn die mannschaftliche Dichte noch ein wenig höher wäre. Die war im Training schon besser und daran werden wir arbeiten." Dabei verwies er auch auf die Weltcupmannschaft. Sie stünde schon fest, ein Platz müsse aber noch ausgesprungen und intern besprochen werden, so der Trainer.

Zum Abschluss dankte er noch einmal dem WSC Erzgebirge Oberwiesenthal, der sich bereit erklärt hatte ein Springen unter der Woche zu veranstalten. "Gestern hatten wir eine tolle Kulisse und ich denke mir, es war die absolut richtige Entscheidung es hier zu machen", lobte Schuster am Ende.