So entstehen die Mini-Berggeister

Handwerk Drechslerei in Pobershau feiert dieses Jahr 125-jähriges Bestehen

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Günter Schulze betreibt mit 85 Jahren noch immer seine eigene Drechselwerkstatt. Foto: Jan Görner

Pobershau. Unweit der Pobershauer Böttcherfabrik befindet sich Günter Schulzes Drechslerei. Von außen ist kaum zu sehen, welcher Schatz sich hinter der Pforte verbirgt. Wer hier eintritt, reist fast 100 Jahre in die Vergangenheit zurück.

Der Handwerksmeister verlässt sich beim Herstellen seiner Kleinteile für die Möbelindustrie und seiner Figuren auf mehrere Halbautomaten und Automaten aus der Zeit um 1920. "Sie laufen tadellos", so Günter Schulze.

Hier wird einiges produziert

Er selbst ist 85, seine Frau Inge Schulze 81. Ans Aufhören denken die beiden nicht. Sie sind die Arbeit gewöhnt. Sie bereitet ihnen Spaß. "Mein Vater wird schon unruhig, wenn die Maschinen am Wochenende still sind", sagt Günter Schulzes Sohn Bertram Schulze. Auf den Maschinen entstehen etwa Verdeckkappen für Schrauben, mit denen der Pobershauer die Möbelindustrie beliefert. Andere hier produzierte Kleinteile verarbeiten die erzgebirgischen Kunsthandwerker in ihren Produkten.

Günter Schulze, seine Frau und ihre stundenweise beschäftigte Aushilfe fertigen auch Figuren an. Berühmt ist der hier geborene Berggeist. Den gibt es hier als Miniatur. Sein großer Bruder entstand bereits 1964 zum ersten Pobershauer Bergfest. Seit dem steht dieser alle fünf Jahre an der Straße und taucht in Nebelschwaden gehüllt aus einem Bergwerk auf.

Drechslerei kann besucht werden

Im Herbst möchten Inge und Günter Schulze das 125-jährige Bestehen der Firma mit einer Ausstellung im Museum "Die Hütte" feiern. Wer die kleine historische Werkstatt und ihre Betreiber bei der Arbeit erleben möchte, kann sich für einen Besuch unter Ruf 03735 23796 anmelden.