• Corona-News
  • Sachsen
  • Chemnitz
  • Erzgebirge
  • Mittelsachsen
  • Vogtland
  • Westsachsen

So wird weiterhin die Einsatzfähigkeit gewährleistet

Feuerwehr Blauröcke verzichten auf Dienst, um Ansteckungskette zu brechen

Grünhain-Beierfeld. 

Grünhain-Beierfeld. Normalerweise ist Dienstag der Diensttag bei der freiwilligen Feuerwehr Beierfeld. Doch in diesen Tagen ist alles ein bisschen anders - auch bei den Einsatzkräften. "Wir haben uns schon am Freitag vergangener Woche in einer Art Krisensitzung darauf verständigt, den Dienst in seiner bisherigen Form vorerst ruhen zu lassen", sagt Stadtwehrleiter Matthias Müller.

So wollte man die Ansteckungsgefahr unter den Kameraden deutlich senken. Mittlerweile ist aus der freiwilligen Festlegung längst eine Art "Gesetz" geworden, denn in dieser Woche haben sich die Ereignisse überschlagen und immer mehr Teile des gesellschaftlichen, sportlichen und wirtschaftlichen Lebens lahmgelegt.

Strikte Regeln sollen Einsatzbereitschaft gewährleisten

"Für uns geht es in diesen Tagen in erster Linie darum, die Einsatzbereitschaft aufrechtzuerhalten", so Müller und ist froh, dass dies aktuell gegeben ist. Daher kümmern sich nur noch einige wenige Kameraden um die Pflege und Instandhaltung der Technik. Sämtliche Gruppen, die zur freiwilligen Feuerwehr Grünhain-Beierfeld gehören, ruhen in ihren Aktivitäten. Dazu gehören unter anderem die Frauengruppe, die Jugendfeuerwehr, aber auch die Alters- und Ehrenabteilung.

Zudem ist Kameraden, die einen grippalen Infekt oder Schnupfen und Heiserkeit haben, der Zutritt zum Depot nicht gestattet. "Da achten wir mehr denn je darauf", sagt Matthias Müller. Bei Einsätzen spiele die mögliche Gefahr einer Infektion hingegen eine untergeordnete Rolle. "Wir retten Menschenleben und dabei ist es egal, ob eine Person infiziert ist oder nicht", so der Stadtwehrleiter.

Ständig befinde sich am Fahrzeug eine Hygienestation, die im hinteren Teil des Feuerwehrautos untergebracht ist. Wie alle Geräte ist diese platzsparend verbaut und kann durch den leichten Druck mit dem Ellbogen oder der Hand geöffnet werden. Zur Hygienestation gehören ein Wasserhahn, der aus dem Wassertank des Autos gespeist wird, aber auch Seife und Desinfektionsmittel. Neu aufgrund der aktuellen Situation ist im Einsatzrucksack ein Päckchen mit Mundschutz, Schutzanzügen und Handschuhen. Natürlich hat sich auch bei Matthias Müller einiges geändert. "Ich mag es sonst sehr, jemandem die Hand zu schütteln, darauf verzichte ich zurzeit", sagt der Stadtwehrleiter. Klopapier und Nudeln hätten er und seine Familie aber nicht gehortet. Über solche Entwicklungen kann Müller nur den Kopf schütteln.

Genauso wie alle anderen Erzgebirger auch hofft er, dass die radikalen Maßnahmen den gewünschten Erfolg bringen und der Virus so schnell zu stoppen ist.