Sorgen im Erzgebirge: Dieses Stadtorchester steckt in der Krise

Zwei Sängerinnen verabschieden sich von der Stadtkapelle Stollberg

Stollberg/Erzgeb.

Mit Constanze Hamann und Kathrin Lemke haben sich zwei Sängerinnen, die viele Jahre, seit 2012, die Stadtkapelle Stollberg mit ihren Stimmen bereichert haben, von der Bühne verabschiedet. Für das Orchester ist es ein herber Verlust. "Es fällt schon schwer, die Beiden ziehen zu lassen, weil es auch relativ plötzlich kam", sagt Orchesterleiter Christian Ahner, der die Entscheidung akzeptieren muss: "Der Weggang stellt das Konzept der Stadtkapelle nicht in Frage."

Und so Ahner weiter, es gibt jemanden, der in die Fußstapfen der Beiden treten kann. Wer das sein wird, da hält er sich aber noch bedeckt. "So richtig realisieren kann man es glaube ich erst mit etwas Abstand, wenn die Routine ein Stück fehlt und man nicht mehr zu den Proben geht. Wir sind alle Freunde geworden über die ganzen Jahren und diese Freundschaften bleiben ja", sagt Lehmke.

Hamann freut sich aufs Zuhören

Sicher, das gemeinsame Musizieren wird fehlen. Und so Lehme: "Wir haben Lieblingssongs, wo wir uns gerne mal einladen lassen." Constanze Hamann freut sich, auch mal auf der anderen Seite zu stehen: "Zuhören ist auch schön."

Das man sich zurückzieht, der Gedanke kreiste bei Beiden schon etwas länger im Kopf. "Das letzte Jahr war für mich persönlich sehr herausfordernd und ich habe gemerkt, dass ich nicht die Möglichkeit hatte, mich ordentlich auf die Proben vorzubereiten."

"Aufhören, wenn es am schönsten ist"

Kathrin Lemke wollte vermeiden, dass irgendwann der Moment kommt, wo sie sagt, mich nervt das, was ich tue: "Es heißt nicht umsonst, man sollte aufhören, wenn es am schönsten ist." Und diesen Punkt haben beide jetzt gefunden.

Die Sängerinnen schließen es auch nicht komplett aus, dass sie vielleicht irgendwann mal wieder auf der Bühne stehen werden.

 

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