Sozialarbeiter hat viel zu tun

Asyl Drebacher Bürger unterstützen Neuankömmlinge mit Sachspenden

Bei André Mai klingelt derzeit häufig das Telefon. Mitunter sind es seine Kollegen aus der Gemeinde Drebach. Oft wird der Sozialarbeiter aber auch von Bürgern aus Drebach angerufen, die Sachspenden für die in Wohnungen der Gemeinde lebenden Asylbewerber abgeben wollen. Deren Zahl ist in dieser Woche um elf auf 38 gestiegen, sodass Mai umso mehr dankbar ist für die positiven Reaktionen der Bevölkerung. "Man spürt kaum Berührungsängste unter den Menschen. Vielmehr ist der Wille erkennbar, etwas zur Unterstützung beizutragen", erklärt Mai. Am Dienstag hat er einer sechsköpfigen Familie aus dem Irak dabei geholfen, in eine Drebacher Wohnung einzuziehen. Fünf Männer aus Syrien wurden ganz in der Nähe untergebracht. Die beiden Wohnungen verfügen dank der Wirtschaftsförderung Erzgebirge, die als Mieter fungiert, über eine Erstausstattung. "Betten, Stühle, Tische, Kleiderschränke sowie jeweils eine Küchenzeile und eine Waschmaschine sind also vorhanden", so Mai. Dank der Sachspenden kann es in den Räumen aber noch gemütlicher werden. Da schon häufig Handtücher oder Bettwäsche abgegeben wurden, kann der 32-Jährige gar nicht alles annehmen. Vielmehr sollen nun gezielt Sachen wie Wolldecken, Teppiche, Fernseher oder auch Fahrräder vermittelt werden. In den mittlerweile neun Drebacher Wohnungen mit Asylbewerbern herrschen gute Bedingungen. Auch in den Wohnungen in Scharfenstein, wo zwei georgische Familien leben, sowie in Venusberg, wo fünf Kosovo-Albaner untergebracht sind, sieht es ganz ansehnlich aus. Doch vor der Gemeinde liegt noch viel Arbeit, denn bis Jahresende müssen noch 17 weitere Asylbewerber aufgenommen werden. "Wir brauchen noch drei oder vier Wohnungen", sagt Mai, der bei der Einrichtung auf die Unterstützung der Bevölkerung bauen kann. Um die Integration voranzutreiben, hat der Sozialarbeiter auch schon Mittel für Sprachkurse beantragt.