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Spätstarter setzt Tradition fort

Fußstapfen Wie schon sein Vater ist Armin Dietz Schützenkönig von Zschopau

In der Hausbar im Keller von Armin Dietz wird es langsam eng. Dort, wo der 56-jährige Krumhermersdorfer Trophäen und Erinnerungsstücke seiner Hobbys aufbewahrt, befinden sich seit dieser Woche zwei neue Exemplare. Schließlich hat er sich als neuer Schützenkönig von Zschopau eine große Holzscheibe und zudem für ein Jahr die Schützenkette gesichert, auf der sein Name nun hinzugefügt wird.

Wer die Kette genauer betrachtet, der findet darauf auch den Namen des Vaters. "Es ist so eine Art Familientradition", gesteht Armin Dietz, der seinen Vater schon früher oft zum Schützenverein begleitete. Auch der Senior brachte es fertig, sich den Titel des Schützenkönigs zu sichern. Dass der Junior einmal in seine Fußstapfen treten würde, war allerdings zunächst nicht abzusehen. "Motorräder waren für mich lange Zeit am wichtigsten", sagt der Krumhermersdorfer über seine andere große Leidenschaft. Mit 50 ließ er es dann etwas ruhiger angehen und verbrachte mehr und mehr Zeit im Schützenverein.

"Der sportliche Aspekt steht nicht im Vordergrund, obwohl wir uns regelmäßig am Schießstand treffen. Mir geht es mehr um das Brauchtum", erklärt Armin Dietz. Fünf- oder sechsmal pro Jahr wirft er sich daher in seine feierliche Kluft, um bei Schützenfesten seinen Verein zu vertreten. "Auch bei der Eröffnung der Annaberger Kät waren wir schon dabei." Dabei geht es in erster Linie um die Tradition, doch Zielvermögen ist auch gefragt. Denn stets wird auch ein Schützenkönig ermittelt - auf altertümlichen Weg. Beim Vogelschießen nehmen die Teilnehmer mit einer Armbrust das hölzerne Ziel ins Visier. "Zwei, drei Schuss braucht man, ehe man weiß, wie man anlegen muss", sagt Dietz, der nach gut drei Stunden den letzten Teil des Vogels vom Mast holte und damit triumphierte.



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