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"Spätschicht" für die Fachkräfte von morgen

Wirtschaft 46 erzgebirgische Firmen bieten Besuchern Blicke hinter die Kulissen

Gelenau. 

Gelenau. Eine Spätschicht der besonderen Art haben vor wenigen Tagen 46 Unternehmen im Erzgebirge eingelegt. Dabei ging es nicht um die Produktion, sondern die Präsentation nach Außen. Gäste aller Altersgruppen waren herzlich eingeladen, um einmal hinter die Kulissen zu blicken und Arbeitsabläufe zu erleben, die sonst nur Mitarbeitern vorbehalten sind. Vor allem junge Besucher waren dabei gern gesehen. Schließlich ist das große Ziel der "Spätschicht", bei den potenziellen Fachkräften von morgen Interesse zu wecken.

Wissen statt Kraft

"Aktuell sieht es bei uns gar nicht so schlecht aus, was Lehrkräfte angeht. Aber der Bedarf ist riesig", sagt Ausbilder Kristian Helbig von der Gelenauer Maschinenbau AG, der mehrere Gruppen durch die Produktionshallen der Gelenauer Firma führte. Vorbei ging es zum Beispiel am computergesteuerten Fräsbearbeitungszentrum DMC 125 U, für deren Bedienung keine Muskelkraft, sondern Wissen erforderlich ist. Auch für junge Frauen ist der Beruf des CNC-Zerspanungsmechanikers durchaus eine Alternative, lautete eine seiner Botschaften.

Nur eins von vielen Projekten

Mehr als 1500 Besucher verschafften sich bei über 200 Führungen interessante Eindrücke. Wie viele von ihnen tatsächlich in einem der Berufe landen, die an diesem Tag näher unter die Lupe genommen wurden, wird sich aber erst noch zeigen. Fundierten Prognosen zufolge fehlen im Erzgebirge in den nächsten zehn Jahren an die 30.000 Fachkräfte. Das Team der Wirtschaftsförderung Erzgebirge (WFE) setzt daher alles daran, den Fokus auf dieses Problem zu lenken und bei Quereinsteigern und vor allem der jüngeren Generation Interesse zu wecken. Die "Spätschicht" ist dabei nur eins von mehreren Projekten. Auch die Ausbildungsmesse "Makerz" oder das "Welcome-Hutzen" soll helfen. Letzteres soll vor allem den Austausch mit Rückkehrern und Zuwanderern fördern. "Ohne Zuzug von Außen kann das Fachkräfteproblem nicht gestemmt werden", sagt Jan Kammerl von der WFE.

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