Spankörbe aus einer Manufaktur im Erzgebirge: Tradition wird bewahrt

Annette Rüffer und ihr Vater erhalten Familienunternehmen

Grünstädtel

Es kommt einem kleinen Wunder gleich: Annette Rüfer und ihr Vater Gunter Härtel produzieren in Grünstädtel noch immer Spankörbe.

Tradition und Familienunternehmen gerettet

Die beiden retten damit nicht nur ein Familienunternehmen über die Zeiten, sondern bewahren eine alte Tradition. Spankörbe sind eng mit der Geschichte des Erzgebirges verbunden. Sie wurden aus frischem Fichtenholz hergestellt. Lange Zeit war die Fertigung reine Handarbeit. Erst Furnierschälmaschinen ermöglichten die maschinelle Herstellung der notwendigen Späne.

Maschinelle Herstellung der notwendigen Späne

Und genau an einer solchen Maschine steht auch heute noch der 90-jährige Gunter Härtel. Allerdings sind die Maschinen nicht mehr rund um die Uhr in Betrieb, sondern stehen auch mal einige Tage still. Doch produziert wird noch immer. Ihre Auftraggeber kommen unter anderem aus Franken, dem Allgäu und Österreich. Bio-Bauern, die kleine Spanschachteln zur Verpackung ihres Bio-Käses nutzen, gehören zu den Kunden der Erzgebirger.

Letzte Spankorbmanufaktur des Erzgebirges

Ein glühendes Beispiel dafür, wie Erzgebirger in Sachen Traditionspflege ticken, sind Annette Rüffer und ihr Vater Gunter Härtel in Grünstädtel. Dort gibt es die wohl letzte Spankorbmanufaktur des Erzgebirges. Wer diese betritt, wird automatisch seinen Blick durch die Räume kreisen lassen und seine Augen auf Entdeckungsreise schicken.

Duft von Holz und Schmiermitteln

Die Maschinen und Mauern könnten einige Geschichten erzählen. Dazu sehen Gäste Spankörbe in allen nur denkbaren Größen und Formen. In der Luft liegt der Duft von Holz und Schmiermitteln. Es ist eine überraschende Mischung. Dass diese Fabrik schon einige Jahre auf dem Buckel hat, kann sie nicht leugnen.

Erhalt des Unternehmens

Annette Rüffer und ihr Vater Gunter Härtel, der im September seinen 90. Geburtstag feierte, sorgen dafür, dass die Tradition weiterlebt. Beide haben sich den Erhalt des kleinen Familienunternehmens auf die Fahne geschrieben.

Annette Rüffer eigentlich Mitarbeiterin in der Kirchgemeinde St. Georgen

Ihre Brötchen verdient Annette Rüffer eigentlich als Mitarbeiterin in der Kirchgemeinde St. Georgen. Doch, wenn ein Auftrag abgearbeitet werden muss, setzt sie sich nach Dienstende in die Werkstatt und lässt Spankörbe entstehen.

Arbeitsteilung klar geregelt

Die Arbeitsteilung in der Manufaktur ist klar geregelt. Gunter Härtel ist der Experte an den Maschinen, die die benötigten Späne für den Korb schälen. Annette Rüffer gibt den Körben ihre Form. In Windeseile entsteht unter ihren Händen aus den einzelnen Spänen ein Korpus.

Produkte aus der Region

Dass es kein Produkt aus China ist, verrät mittlerweile ein kleiner Brandstempel. „Unsere Kunden wollen genau das wissen. Sie legen Wert auf Produkte aus unserer Region“, so Rüffer.

Habt ihr eine Meinung zu diesem Artikel oder einen Fehler entdeckt? Dann weist uns gern darauf hin.

Auch interessant für dich