Sprechstunde für kleine Plüschbären

Teddy-Doktor Diplom-Museologe Lutz Reike aus Dresden gibt Tipps auf Schloss Wildeck

sprechstunde-fuer-kleine-plueschbaeren
Hier zeigen Teddys selbst, wie sie gebaut werden. Foto: Andreas Bauer

Zschopau. Kinder, deren Teddybären leichte Blessuren erlitten haben, sind am Wochenende im Zschopauer Schloss Wildeck genau richtig. Fehlt ein Auge oder ist eine Naht geplatzt? Dann kann man sich hinter den historischen Mauern Hilfe holen, denn sowohl am Samstag als auch am Sonntag ist dort jeweils von 12 bis 16 Uhr der Teddy-Doktor zu Gast.

Gemeint ist Lutz Reike aus Dresden, dessen Sonderausstellung "Teddy möchte reisen" seit Jahresbeginn auf Schloss Wildeck Station macht. Der Diplom-Museologe will nicht nur still seine Exponate zur Schau stellen, sondern Interessenten auch aktiv mit Rat und Tat zur Seite stehen. "Je nach Krankheitsbild wird der Teddy vom Doktor gleich vor Ort geheilt oder bekommt einen Krankenschein und muss im Krankenhaus behandelt werden", heißt es in der Ankündigung der Veranstaltung.

Was nach reinem Humor klingt, hat durchaus einen ernsten Hintergrund. Denn für Lutz Reike sind die Plüschtiere tatsächlich mehr als irgendein Spielzeug. "Man merkt doch, dass in den Bären viele Emotionen stecken", sagt der 50-jährige Dresdner und macht das schon am Aussehen fest: "Keiner ist dem anderen total ähnlich, auch wenn sie aus der gleichen Produktionslinie stammen." Irgendein kleines Merkmal macht jeden Teddy ganz besonders.

Und wie bei Schäden der Plüschtiere vorzugehen ist, weiß Reike aus jahrelanger Erfahrung. Seit 1997 sammelt er selbst Teddy-Bären. Inzwischen sind mehr als 800 historische Exemplare zusammengekommen, denn immer wieder wird er auf Trödelmärkten oder bei anderen Sammlern fündig. Zu den alten Teddys kommen noch unzählige Bären neueren Datums, an denen Reike immer mal basteln muss. Doch nun nimmt er sich die Zeit für einen Abstecher nach Zschopau.