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Corona-News

Stammgast auf vier Pfoten wird schmerzlich vermisst

Therapie Therapiehund Vienna sorgt in Pflegeheimen des mittleren Erzgebirges regelmäßig für Freude

Pobershau. 

Pobershau. Besuche in Senioren- und Pflegeheimen sind aufgrund der Corona-Entwicklung derzeit nur sehr eingeschränkt möglich. Vor allem die Tatsache, dass sie Familienangehörige kaum noch sehen können, setzt den Betroffenen zu. An einigen Orten wird aber auch eine Besucherin auf vier Pfoten schmerzlich vermisst. Gemeint ist Vienna, eine kuschlige siebenjährige Hündin der Rasse Golden Retriever. Kaum einer zaubert so schnell ein Lächeln in die Gesichter der Heimbewohner wie der Therapiehund von Susann Gottschalk, die in Pobershau eine Hundeschule bettreibt. Neben dem Training von Vierbeinern bietet die 43-jährige eine tiergestützte Therapie an, für die sie eine dreijährige Ausbildung absolviert hat.

Schneller Draht dank Streicheleinheit

Bis 2003 arbeitete Susann Gottschalk als Arzthelferin, doch dann fand sie dank der Hundeschule und der Therapie einen Weg, gleichzeitig mit Mensch und Tier zu arbeiten. Mithilfe von Vienna findet die sogenannte Therapiebegleithundführerin meistens sofort einen Draht zu den jeweiligen Personen. Dabei kann es sich auch im Kinder einer Kita handeln, doch häufig ist die Pobershauerin in Pflegeheimen zu Gast. Oft reicht schon eine kurze Streicheleinheit, und schon ist das Lächeln da. Mit dieser positiven Einstellung der Menschen fällt es dann leichter, Motorik, kognitive Fähigkeiten oder das Gedächtnis zu trainieren. "Manchmal erinnern sich Leute auch an längst vergessene Erlebnisse, weil sie früher selbst Hunde hatten."

Jedem wird geholfen

In vielen Pflegeeinrichtungen sind Susann Gottschalk und Vienna Stammgäste - so auch im Zschopauer Seniorenzentrum, wo die tiergestützte Therapie seit 2009 zum Programm gehört. "Ziel dieses Projekts ist, Freude zu wecken und Fähigkeiten wie das Koordinationsvermögen zu fördern", erklärt Desiree Wosab, die in der Zschopauer Einrichtung für die Wohnbereiche 3 und 4 zuständig ist. Der kuschlige Besuch würde für die Bewohner auch deshalb eine schöne Abwechslung im Alltag darstellen, weil sich Susann Gottschalk immer wieder neue Übungen einfallen lässt. In kleinen Gruppen wird dann mit Vienna gespielt. Doch auch Menschen, die ans Bett gefesselt sind, besucht Vienna. Und dabei sei sogar bei Patienten im Wachkoma festzustellen gewesen, wie sich im Gesicht etwas regte. Vorerst können solche positiven Reize nicht geboten werden. Doch sobald es die Entwicklung der Pandemie zulässt, wird Vienna wieder vorbeischauen und den Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern.



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