Starkes Gefälle ist echte Herausforderung

Verkehrsfreigabe In die Obere Viehtrift in Beierfeld wurden 650.000 Euro investiert

Joachim Rudler, der Bürgermeister von Grünhain-Beierfeld erinnert sich noch gut: "Wenn wir als Jungs mit dem Schlitten die Obere Viehtrift hinunter geruschelt sind, war das immer eine Riesengaudi." Kein Wunder, denn die Obere Viehtrift in Beierfeld hat eine 22-prozentige Steigung. Und eben diese war während der umfangreichen Baumaßnahmen eine echte Herausforderung. Laster kamen ins Rutschen und viele technische Raffinessen mussten eingebaut werden. Frank Kippig, der Geschäftsführer der Wasserwerke Westerzgebirge, bezeichnete die Maßnahme als "anspruchsvollste Baustelle des Jahres".

Auf den knapp 300 Metern wurden 21 Hausanschlüsse für Trinkwasser verlegt. Hinzu kamen 26 Hausanschlüsse für den Mischwassersammler. Im unterirdischen Bereich werden dabei Regenwasser und die Abwässer der Häuser zusammengeführt. Damit diese Wassermenge nicht ungebremst ins Tal fließt, was gravierende Folgen hätte, mussten Energieumwandlungsbauwerke in die Straße eingelassen werden. "Diese wirken wie Stufen", erläutert Frank Kippig. Und nehmen damit dem Wasser die Geschwindigkeit. Doch nicht nur Wasserleitungen und Abwasserkanäle wurden verlegt, auch Gasleitungen wurden erneuert und die Elektroleitungen fanden in der Straße ihren Platz. "Die Gesamtkosten liegen bei 650.000 Euro", sagt Bürgermeister Rudler, der gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender des Zweckverbandes der Wasserwerke Westerzgebirge ist. Ein Dreiviertel Jahr mussten sich die Anwohner in Geduld üben. Der Stadtchef freute sich: "Die Baustelle ist völlig geräuschlos über die Bühne gegangen, das würde ich mir auch für andere wünschen", so Rudler. Eine Familie jubelte besonders und ließ sich die offizielle Verkehrsfreigabe auch nicht nehmen. "Tolle Arbeit wurde hier geleistet", sagt Ingo von Schultz, der sich mit einem Brief bei der Kommune bedankte.