Stille im Welterbe: Gastronomen gehen Freitag in nächste Protestrunde

Tourismus Tourismusbranche schlägt Alarm

Olbernhau. 

Olbernhau. Leere Stühle werden am Freitag, dem 8. Mai auf dem Grünthaler Saigerhüttengelände stehen. "Stille im Welterbe" heißt es dann ab 11 Uhr. Mit der Aktion machen Hoteliers und Restaurantbetreiber aus dem Erzgebirge auf ihre aktuelle Situation aufmerksam. Aufgrund der verordneten Einschränkungen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus bleiben deren Tische und Hotelzimmer leer und das seit Wochen. "Das ist mehr als hart für uns", sagt mit dem Betreiber des Hotels und Restaurants Saigerhütte Markus Gorny einer der Betreiber. Die Kosten laufen weiter, auch wenn das Personal teilweise über das Kurzarbeitergeld finanziert wird. Bei null Umsatz ist das aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Markus Gorny spricht in Bezug auf seinen Betrieb von etwa 30.000 bis 40.000 Euro, die er jeden Monat bestreiten muss. "Zwei, drei Monate können wir das überstehen, aber danach ist das zu Ende", so der Olbernhauer. Begonnen hatte die Aktion unlängst in Dresden. Mittlerweile haben sie Unternehmer wie Markus Gorny gemeinsam ins Erzgebirge geholt.

Zwei Protestaktionen liefen bereits

So gab es die "leere Stühle" bereits in Crottendorf und in Oberwiesenthal. Diesen Freitag sollen sich zusätzlich die Touristiker angesprochen fühlen. Dazu zählen Busunternehmer, Fremdenführer, Bergführer, Tourist-Informationen und all jene, die mit dem Tourismus zu tun haben. Für die Stadt Olbernhau wird Udo Brückner mit von der Partie sein. Er leitet hier die Tourist-Information. "Wir haben derzeit keine Touristen da", sagte er. Dabei wollte die Region gerade mit dem Welterbe-Titel durchstarten. Das muss vorerst verschoben werden. Seiner Meinung nach leiden auch die Museen und Freizeiteinrichtungen, von denen Olbernhau auch selbst mehrere zu bieten hat. Schließlich spanne sich ein großes Netzwerk um die Tourismusbranche, das nun leide. "Keiner kann bislang sagen, wann der Tourismus wieder anläuft", betonte der Olbernauer. Selbst, wenn die Einrichtungen wieder öffnen dürften, bleibe fraglich, ob sich die Touristen wieder her trauen. Die bislang eingefahrenen Verluste sind seiner Meinung nach nicht wieder aufholbar. Er hofft auf einen Neustart für 2021.